28 Netzangebote können in diesem Jahr auf eine Auszeichnung mit dem Grimme Online Award (GOA) hoffen. Die Nominierungen sind jetzt im Rahmen der Düsseldorfer Ausgabe der re:publica bekannt gegeben worden. Insgesamt gab es nach Grimme-Angaben fast 600 Einreichungen, was einer leichten Steigerung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Erstmals überhaupt gibt es mit "ARD Game Jam - Classical Edition" eine Nominierung für ein Format, das auf Twitch beheimatet ist.
Im vergangenen Jahr ist Mastodon stellvertretend für die Idee des Fediverse mit einem Grimme Online Award geehrt worden. Von der Nominierungskommission heißt es jetzt, dass der Kampf um das Internet in vollem Gange sei und Big-Tech-Konzerne sich immer schneller zu einer Gefahr für Demokratien entwickeln würden. Die Kommission verweist hier unter anderem auf die strengen Algorithmen, die künstlich begrenzen würden, "wie Online-Publizistik gestaltet sein darf". Alternative Angebote wie das dezentrale Fediverse würden dagegen noch keine herausragende Rolle spielen. Mit "KI und Koffein" ist nun trotzdem zum ersten Mal ein Angebot nominiert, das auf Mastodon stattfindet.
In der Vergangenheit hatten die Grimme-Gremien immer wieder eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Klimawandel gefordert. In diesem Jahr setzen gleich mehrere nominierte Angebote hier an – etwa der "Brandmelder – Klima braucht Kontext" oder das Multimedia-Scrollytelling aus der Schweiz "Das große Tauen. Wie der Klimawandel Bergdörfer bedroht". Auf der Seite der politischen Berichterstattung wurde "vollmarcant" nominiert, der YouTuber kann aktuell auch auf mehrere Auszeichnungen bei den VideoDays hoffen. Und auch der "Spiegel" ist für sein interaktives Angebot zur NSDAP-Mitgliedschaft für einen Grimme Online Award nominiert.
Darüber hinaus setzen sich einige der nominierten Angebote mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinander, andere wenden sie an. Aus Grimme-Sicht besonders erfreulich: Diesmal finden sich unter den Nominierten auch Angebote für Zielgruppen, die in der digitalen Medienlandschaft häufig zu wenig berücksichtigt werden – etwa Kinder und Jugendliche.
"Die Nominierten machen sichtbar, wie vielfältig und anspruchsvoll Qualität im Netz gestaltet werden kann – eine Qualität, die von vielen im Sinne eines ‚Mehr‘ gefordert wird und im digitalen Alltag doch so häufig fehlt", sagt Grimme-Direktorin Ciğdem Uzunoğlu. Und weiter: "Zugleich leisten die nominierten Angebote einen substanziellen Beitrag zur Meinungsvielfalt und machen das Netz zu dem Debattenraum, den wir so dringend benötigen." Eine siebenköpfige Jury entscheidet nun über bis zu acht Preisträgerinnen und Preisträger in den vier Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial. Die Auszeichnungen werden Anfang Dezember bei einer Preisverleihung überreicht. Ab dem 16. Oktober startet außerdem das Publikumsvoting.
Alle Nominierungen im Überblick:
Kategorie Information
- brandmelder - Klima braucht Kontext
- Das große Tauen: Wie der Klimawandel Bergdörfer bedroht
- Das Steueroasen-Verzeichnis
- DAZWISCHEN - Der Newsletter und Podcast für Sachsen-Anhalt
- Tödliche Fahrradunfälle – Ein lebloser Körper
- Undercover in den Influencer-Chats von Knossis Firma
- Vincent-G auf YouTube
- Volksverpetzer
Kategorie Wissen und Bildung
- alkemartens auf Instagram
- Auf der Suche nach der DNA des Ostens
- Der Vorgang
- Fakt oder Future? Ab in die Stadt der Zukunft!
- frauen_geschichte auf Instagram
- ki_und_koffein auf Mastodon
- rettungsmaus auf Instagram
Kategorie Kultur und Unterhaltung
- ARD Game Jam - Classical Edition
- ard_literally auf TikTok
- dasistalsokunst auf Instagram
- Fun Facts
- GeoGoatGG auf YouTube
- Sitzengeblieben - mit Kristina Vogel
- Unsichtbares Bauhaus Dessau
Kategorie Spezial
- BarrierenWatch
- DI.DAY – Digital Independence Day
- Initiative zur Rettung des IFG
- laut.jetzt
- vollmarcant auf YouTube
- Die Nazi-Kartei – Was tat ihre Familie unter Hitler?
von



