Rätsel um die Empfangbarkeit von Sport1: Seit der vergangenen Nacht ist der Sportsender über Vodafone nicht mehr zu empfangen. Wer den entsprechenden Kanal einschaltet, auf dem Sport1 bislang zu sehen war, bekommt lediglich einen Hinweis zu lesen: "Diesen Sender kannst du leider nicht mehr bei uns empfangen. Danke für Dein Verständnis."
Das ist ohne Zweifel ein ungewöhnlicher Vorgang, der Fragen aufwirft - auch beim Publikum. Mehrere Kundinnen und Kunden von Vodafone haben inzwischen in einem offiziellen Vodafone-Forum ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass das Programm des Free-TV-Senders ohne Angaben von Gründen aktuell nicht angesehen werden kann. Am Nachmittag machte Vodafone den Schritt dann auch offiziell: "Ab dem 30. Oktober 2026 wird Sport1 nicht mehr über Vodafone angeboten", erklärte das Unternehmen in seinem Forum. "Auf den bisherigen SD- und HD-Sendeplätzen informieren wir Euch entsprechend über die Änderung. Die Inhalte von Sport1 wurden außerdem aus den Mediatheken entfernt."
Damit ist klar: Um einen technischen Fehler handelt es sich nicht. Auf DWDL.de-Anfrage wollte sich Vodafone am Freitag gleichwohl nicht zu den Hintergründen äußern. "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir diese Maßnahme aktuell nicht kommentieren", teilte das Unternehen mit.
Bei Sport1 wiederum äußerte man sich zunächst nur schmallippig: "Wir arbeiten aktuell gemeinsam mit Vodafone intensiv an einer Lösung und gehen davon aus, dass Sport1 sehr bald über Vodafone wieder empfangbar sein wird", sagte eine Sendersprecherin zu DWDL.de und verwies darauf, dass das Programm über weitere Kabelnetzbetreiber, Satellit, DVB-T, IPTV-Plattformen und den kostenlosen Livestream auf Sport1.de und in der Sport1-App "weiterhin frei zu sehen" sei. Von DWDL.de nach einem möglichen Grund gefragt, erklärte die Sprecherin: "Zu den Vertragsdetails und Abstimmungen mit unseren Kooperationspartnern äußern wir uns grundsätzlich nicht."
Wirtschaftlich schwierige Situation
Die zumindest vorübergehende Ausspeisung trifft Sport1 in einer wirtschaftlich heiklen Situation. Schon im Sommer berichtete DWDL.de über über den Geschäftsbericht von Highlight Communications für das Jahr 2025, aus dem hervorgeht, dass zum damaligen Zeitpunkt 57,5 Millionen Euro an längst fälligen Lizenzkosten offen waren, die aus der Tochtergesellschaft Sport1 Medien GmbH resultierten. Weil die Verlängerung beziehungsweise Restrukturierung dieser Verbindlichkeiten ebenfalls unklar war, sah Highlight darin gar einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit.
Auch der Einstieg des türkischen Medienunternehmens Acunmedya, das 2024 für 30 Millionen Euro 50 Prozent der Anteile an der Sport1 GmbH übernommen hatte, hat bislang nicht den erhofften Turnaround gebracht. Die damit verbundene Offensive mit Entertainment- und Sport-Reality-Formaten blieb beim Publikum weitgehend erfolglos und wurde inzwischen deutlich zurückgefahren. Mit dem Streit um die Verbreitung bei Vodafone ist seit diesem Freitag offenbar ein weiteres Problem hinzugekommen.
Mehr zum Thema
von




