Vor genau einer Woche erfuhren die Mitarbeiter von "Sat.1 am Mittag" und "Sat.1 am Abend" vom Aus ihrer Sendungen und damit dem Wegfall ihrer Arbeitsplätze. Die Ereignisse fanden ein breites Medienecho. An diesem Montag werden nun die Mitarbeiter des Sat.1-"Frühstücksfernsehens" und des Boulevardmagazins "Blitz" über ihre Zukunft informiert. Auch hier soll gespart werden. Am Vormittag um halb elf will Sat.1-Geschäftsführer Matthias Alberti mit Ihnen sprechen.
Schon bei der Betriebsversammlung am Freitag im Festsaal des Konzerthauses am Gendarmenmarkt brachte Alberti die Zusammenlegung der beiden noch verbliebenen Redaktionen des "Frühstücksfernsehen" und des Boulevardmagazins "Blitz" ins Spiel. Dem Berliner "Tagesspiegel" bestätigte Sat.1-Sprecherin Kristina Faßler, "dass es diese Überlegung gibt." Bei nur noch zwei verbleibenden Magazinen, die in Eigenregie vom Sender selbst produziert werden, scheint die Zusammenlegung und Schaffung einer Zentralredaktion dabei fast sinnvoll.
Dass es bei der Zusammenlegung der beiden Redaktionen zu einer Zentralredaktion zu keinen weiteren Stellenkürzungen kommt, ist wohl ziemlich unwahrscheinlich, schließlich will Sat.1-Chef damit weitere Kosten sparen, um so die hohen Renditeziele des Konzerns, die bei satten 30 Prozent liegen, erfüllen zu können. Die Mitarbeiter der zukünftigen Zentralredaktion wurden jedenfalls bereits am Freitagabend in einer E-Mail von Alberti informiert, nähere Details soll es dann am Montagvormittag geben. Immerhin die Einstellung weiterer Formate schloss Alberti auf der Betriebsversammlung Ende vergangener Woche aus.
Während Sat.1 mit dem "Frühstücksfernsehen" aus Quotensicht sehr zufrieden sein kann, ist das vorabendliche Boulevardmagazin "Blitz" ein Sorgenkind des Senders. Wie die übrigen Vorabendformate auch steckt das Format seit Monaten in einem Quotentief und erzielt meist Marktanteile unter der 10-Prozent-Marke. Daher wird nun überlegt, das Magazin durch ein neues Format unter anderem Namen zu ersetzen und so - gemeinsam mit der neuen Dokusoap, die als zwischenzeitlicher Nachfolger für "Verliebt in Berlin" angekündigt wurde - das dringendste Problem des Senders, also den Vorabend, wieder in Schwung zu bringen.
Dazu muss es Sat.1 aber zunächst gelingen, erst einmal wieder aus den Negativschlagzeilen herauszukommen, die das Image des Senders sonst dauerhaft beschädigen könnten. Doch nicht nur in der Außenwirkung, auch bei der Mitarbeitermotivation sieht es derzeit nicht gerade optimal aus bei Sat.1. Bei der Betriebsversammlung am Freitag entlud sich bei vielen der Frust, weitere Sparpläne dürften für die Motivation da nicht gerade förderlich sein.



