"Die Autoren streiken. Sie müssen also mit meinen eigenen schlechten Witzen leben", scherzte Roger Bart, Gastgeber der Preisverleihung im New York Hilton zu Beginn. Bart ist in Deutschland u.a. durch seine Rolle als fragwürdiger Zahnarzt und Kurzzeit-Lover in der US-Serie "Desperate Housewives" bekannt. In den USA ist Bart derzeit mit dem Film "American Gangster" im Kino. Häufig war er allerdings ohnehin nicht zu sehen. In knapp 90 Minuten waren alle Kategorien des International Emmy (iEmmy) ohne Showact oder Pause abgearbeitet. Kompakt und schmerzlos, könnte man es nennen.Die beiden deutschen Nominierten gingen dabei allerdings leer aus. Weder "Alle lieben Jimmy" noch "Die Mauer - Berlin '61" konnten sich gegen ihre Konkurrenz durchsetzen. "Jimmy"-Produzent Stephan Bechtle pflichtete aber schon im Vorfeld Teamworx-Chef Nico Hofmann bei, der bereits am Sonntag im DWDL.de-Interview die Nominierung als große Auszeichnung bezeichnete. Hofmann fehlte am Abend bei den Awards - er war bereits wieder auf der Rückreise nach Deutschland, wo die diesjährigen International Emmys schnell vergessen werden können.
Die Briten dominierten die diesjährige Verleihung der International Emmys sehr deutlich. Gleich zu Beginn nach rotem Teppich (Foto) und Dinner gingen die ersten drei Auszeichnungen des Abends an das Vereinigte Königreich und weitere sollten folgen. Für Polen waren die diesjährigen International Emmys eine Premiere: Mit der Auszeichnung für "The Magic Tree" in der Kategorie "Children & Young People" ging der Fernsehpreis erstmals an unsere östlichen Nachbarn.Präsentiert wurde dieser Preis im Übrigen von einer der beliebtesten Figuren der amerikanischen Sesamstraße, Elmo. In der deutschen Version der Kindersendung existiert hingegen keine Figur mit diesem Namen. Bekanntester Sieger aus dem Ausland war am Abend im Übrigen das Special "Little Britian Abroad" der erfolgreichen britischen Comedyserie. Es setzte sich u.a. gegen die Bavaria-Produktion "Alle lieben Jimmy" durch.
Die prominenten Namen waren rar gesät bei den International Emmys. Aber man fand sie: Auf dem roten Teppich und im Programm. So gewann der britische Schauspieler und Autor Stephen Fry in der Kategorie Dokumentation mit "Stephen Fry - The Secret Life of the Manic Depressive", Kollege Alan Cumming hielt eine kurze Laudatio und als einer der wenigen Höhepunkte widmete sich Robert de Niro in seiner Rede dem Preisträger des Abends: Al Gore.
Der ehemalige Vize-Präsident der USA und Friedensnobelpreisträger 2007 erhielt mal wieder eine Ehrung für seinen Umwelteinsatz, aber insbesondere sein neues TV-Projekt "Current TV". Ein weiterer ehrenhafter Preis ging an Patrick Le Lay, Vorstand der französischen TF1-Group, für den Ausbau der klassischen TV-Marke TF1 zur Multimedia-Marke, wie es heißt.Auch ein Untentschieden soll es bei einer Preisverleihung wie den International Emmys geben können und daher erhielten gleich zwei Schauspieler (aus den Niederlanden und Großbritannien) den Preis in dieser Kategorie. Ähnlich unentschieden wurde im Nachhinein die Verleihung der Awards beurteilt. Immerhin aber, so merkte ein Vertreter aus Deutschand an, gehe es flotter als bei uns. Mindestens so schnell aber verflüchtete sich die Menge nach Ende der Show. Wer wollte, feierte im New Yorker Club "The Pink Elephant" auf der Aftershowparty, die derzeit noch andauert..
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