Bayerische Lokalradios in großer Finanznot
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sind, wie bei Fernsehsendern und Zeitungen, auch auf dem Radiomarkt die Werbeerlöse seit zwei Jahren stark rückläufig. Auch Stationen mit einer großen Hörerzahl sind von der Flaute betroffen und stecken in finanziellen Schwierigkeiten. Dies ist in einem aktuellen Bericht der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) nachzulesen: Demnach schrieben 60 Prozent der bayerischen Lokalradiostationen schon vergangenes Jahr rote Zahlen.Um diesem Abwärtstrend entgegenzuwirken haben bereits 46 der 63 Lokalstationen ihre Ausgaben drastisch reduziert. Auch müssen die regionalen Sendezeiten teils drastisch verringert und mehr, in der Produktion günstigere, Musiksendungen ins Programm genommen werden. Dazu will die BLM in den nächsten Wochen die Rahmenbedingungen schaffen.
So ist geplant, die von der Landesmedienanstalt vorgeschriebene lokale Sendezeit längerfristig zu verkürzen und das Lokalradio-Konzept zu reformieren. In München, Nürnberg und Regensburg sollen von jeweils 14 Stunden Berichterstattung pro Tag nur 12 Stunden im Programm verbleiben. An anderen Sendestandorten ist eine stärkere Reduzierung auf bis zu vier Stunden geplant.
Den restlichen Tag über wäre ein Mantelprogramm zu hören, das die Bayerische Lokalradiogesellschaft (BLR) aus München zuliefert. Zur Rettung des Privatfunks plant die Medienzentrale darüber hinaus regionale, größere Funkhäuser die aus der Zusammenlegung kleinerer Lokalstation entstehen sollen. "Wir wollen eine größere Flexibilität vor Ort erreichen und so die Grundlage dafür schaffen, dass der Lokalfunk bestehen bleibt", beschreibt BLM-Präsident Wolf-Dieter Ring das Konzept, über das der Medienrat im Herbst entscheidet.



