Premiere schaltet altes Verschlüsselungssystem ab
Schwarzseher werden sich nur noch wenige Tage am Programm von Premiere erfreuen können: In den kommenden beiden Wochen wird das bisherige, geknackte Verschlüsselungssystem betacrypt abgeschaltet. Ab November wird Premiere ausschließlich mit dem neuen System Nagravision verschlüsselt.Das neue Verschlüsselungssystem wird sowohl für die Verbreitung via Satellit als auch im Kabel verwendet. Schwarzseher werden damit vom Premiere Empfang ausgeschlossen, ihre gefälschten Piratenkarten wirkungslos. Die regulären Abonnenten von Premiere haben in den vergangenen Wochen neue Smartcards zugeschickt bekommen.
„Wir hoffen, dass viele Schwarzseher nun zu echten Abonnenten von Premiere werden“, sagte Dr. Georg Kofler, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Premiere. „Schließlich haben sie schon in der Vergangenheit für Premiere gezahlt, aber bedauer-licherweise an die falschen Adressen. Die Karten-Dealer des Schwarzmarktes werden sich ein neues Geschäftsmodell suchen müssen.“
Am 30. Oktober wird der Wechsel des Verschlüsselungssystems nach derzeitigen Planungen abgeschlossen sein. Bis dahin wird betacrypt stufenweise abgeschaltet. „Dadurch können wir bei eventuellen Problemen schnell und zielgerichtet gegensteuern“, sagte Kofler zur Begründung. Die betacrypt-Abschaltung startete Donnerstagmorgen um 10.30 Uhr.
Seitdem werden Teile des Premiere Programms ausschließlich mit der neuen Verschlüsselung Nagravision ausgestrahlt. Im ersten Schritt wurde die Verschlüsselung bei der Satellitenausstrahlung des Programmpaketes PREMIERE GOLDSTAR gewechselt.
Das alte Verschlüsselungssystem betacrypt gilt schon seit längerem als geknackt und nicht mehr sicher. Schätzungen zufolge gibt es weit über eine Million Haushalte, die Premiere mit illegalen Karten sehen. Deshalb hatte Premiere sich im März 2003 für Nagravision als neues Verschlüsse-lungssystem entschieden. Das Verschlüsselungssystem des Schweizer Softwarehauses Kudelski wurde speziell für Premiere weiterentwickelt und wird auch von den großen Kabelnetzbetreibern unterstützt.
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