Bild: ARD/Thorsten JanderBevor am 18. Oktober Das Erste sein neues Mix-Format aus Schlagersendung und Heimatfilm "Musikhotel am Wolfgangsee" ausstrahlt, macht jetzt schon einer der Hauptdarsteller das Programm madig. Die Sendung, die von der ARD als Schlagerette bezeichnet wird, hat Hauptdarsteller Sascha Hehn ("Die Schwarzwaldklinik") in Rage versetzt. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Hehn: "So lieblos, so billig, mit 650.000 Euro für einen Neunizgminüter am Samstag-Abend kann das nichts werden".

Mit der Sendung will Das Erste an die vor Jahrzehnten äußerst beliebten Musikfilme wie "Im weißen Rössl" anknüpfen. Zu sehen sind im "Musikhotel am Wolfgangsee" unter anderem die Schlagerstars Patrick Lindner, Claudia Jung und Semino Rossi. Doch laut Hehn, der den Geschäfstführer des Hotels spielt, reicht der neue Film nicht an die Originale heran. "Als ich fertige Produkt vorgestern erstmals gesehen habe, war ich richtig wütend. Es ist anmaßend, wie man die alten Vorbilder ins Feld führt", so Hehn zur "FAZ".
 


Bei der ARD kann man den Ärger nicht verstehen. In der zuständigen Redaktion des HR bezeichnete man den Film laut "FAZ" als "sehr hübsch" und "liebenswürdige nette leichte Unterhaltung". Zudem mache gerade die Tatsache, dass die Schlagerstars in dem Film zum Ersten mal auch schauspielernd zu sehen sind, besonders reizvoll.
 
Man erwarte beim HR eine Sehbeteiligung von 5,5 bis sechs Millionen Zuschauern im Gesamtpublikum, heißt es in dem Bericht. ARD-Programmdirektor Günter Struve  (Bild) bezeichnete Hehns Kritik Medienberichten zu Folge als "Verrat an seinem Team, seinen Kolleginnen und Kollegen vor und hinter der Kamera". So setze sich der ARD-Obere oft mit der Kritik von Schauspielern auseinander. In der Regel jedoch finde dies nicht in der Öffentlichkeit statt.