Thomas Gottschalk / Marcel Reich-Ranicki © ZDF
Nach dem Eklat

Reich-Ranicki: Werbung mit Fernsehpreis-Eklat

 

Nachdem Marcel Reich-Ranicki den Deutschen Fernsehpreis abgelehnt hat, klingelt nun die Kasse. So wirbt die Deutsche Telekom mit dessen Wut-Auftritt und zahlt dafür ein Honorar. Ohne dessen Einwilligung verbreitet dagegen eine Fluglinie eine Anzeige mit dem Konterfei des Kritikers.

von Jochen Voß
21.10.2008 - 09:50 Uhr

Marcel Reich-RanickiDie Ablehnung des Ehrenpreises der Stifter beim Deutschen Fernsehpreis in der vorvergangenen Woche dürfte sich für Marcel Reich-Ranicki gelohnt haben. So wurde dem Literaturkritiker in der vergangenen Woche noch einmal große Aufmerksamkeit zu Teil. Die Diskussionssendung, in der Reich-Ranicki mit Thomas Gottschalk am Freitag über die Qualität des deutschen Fernsehens diskutierte, erzielte eine deutlich höhere Einschaltquote als die sonst auf diesem Sendeplatz gezeigte Kultursendung "Aspekte".

Nun wird Reich-Ranicki auch noch Werbestar - freiwillig und unfreiwillig. Mit der Zustimmung des Kritikers erscheinen seit dem Wochenende Anzeigen mit denen die Deutsche Telekom für ihr TV-Angebot T-Home trommelt. Darauf ist das Konterfei des beim Fernsehpreis zeternden Reich-Ranicki zu sehen. Der Slogan lautet: "Bei uns findet jeder ein Fernsehprogramm, das ihm gefällt". Laut Telekom-Angaben habe Reich-Ranicki dafür ein Honorar erhalten.
 

 
"Ja, dafür hat er Geld bekommen. Die Idee zur Anzeige ist spontan entstanden. Wir haben die öffentliche Diskussion nach der Rede beim Deutschen Fernsehpreis aufgegriffen, einen Entwurf gemacht und Reich-Ranicki gefragt, ob er mitmacht - glücklicherweise hat er relativ schnell zugesagt", sagte ein T-Home-Sprecher der "Süddeutschen Zeitung". Über die Höhe des Honorars macht die Telekom keine Angaben.

Ohne die Einwilligung des Literaturkritikers hingegen sind Medienberichten zu Folge die Anzeigen der Billig-Fluglinie Ryanair entstanden, die ebenfalls am Wochenende in Zeitung geschaltet worden sind. Darin wurde das Bild, das den Kritiker bei seiner Ablehnungs-Rede zeigt, mit dem Spruch "Diesen Preis nehme ich an" versehen. Gegenüber dem "Tagesspiegel" sagte Reich-Ranicki zu dieser Anzeige: "Es ist alles großer Quatsch". Er wolle sich darum kümmern.

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