Der Programmie-Klassiker "Hörzu" soll künftig wieder ein Familienmagazin werden und jüngere Leser anlocken. Dazu lässt der neuen Chef Christian Hellmann prominente Autoren zu Wort kommen. Auch die Optik wird leicht überarbeitet.
Kaum hat Programmie-Chef Christian Hellmann bei Springer auch die redaktionelle Leitung der "Hörzu" übernommen, soll das in die Jahre gekommene wöchentliche Programm-Magazin einem Relaunch unterzogen werden. Ab der kommenden Ausgabe, die am Freitag erscheint, bekommt das Blatt eine neue Ausrichtung.
Hellmann will "den Weg der 'Hörzu' als klassische Familienzeitschrift weitergehen", sagte er der Fachzeitschrift "Werben und Verkaufen". Ein Schwerpunkt soll künftig auf den "Boom-Themen Wissen und Bildung" liegen. Die Lesetücke sollen künftig ausschließlich vor dem Programmteil zu finden sein.
Dabei sollen auch verstärkt prominente Autoren zum Einsatz kommen. So hat unter anderem ZDF-Historiker Guido Knopp für die aktuelle Ausgabe einen Text zur Geschichte des Karnevals geschrieben. Das Titelthema über "Die letzen Geheimnisse der Antarktis" stammt aus der Feder des Polarforschers Arved Fuchs. Auch Pater Eberhard von Gemmingen und Schauspielerin Iris Berben sind in der aktuellen Ausgabe mit eigenen Texten vertreten.
Damit soll "Hörzu" "nach und nach auch stärker für junge Leser" geöffnet werden, so Hellmann zur "WuV". Bei der vergangenen IVW-Erhebung für das vierte Quartal 2008 kam die "Hörzu" auf eine verkaufte Auflage von 1.437.118 Exemplaren. Tendenz fallend. Die wöchentlichen Programmzeitschriften scheinen in die Jahre gekommen zu sein. Laut "WuV" ist ungefähr die Hälfte der "Hörzu"-Leser älter als sechzig Jahre alt.
Auch wenn die Inhalte im Magazinteil sich weniger um Themen aus der Medienwelt drehen, so soll der Programmteil eine neue Einstiegsseite bekommen, auf der die wichtigsten Programme der jeweiligen Woche vorgestellt werden sollen. Am Ende des Programmteils gibt es künftig eine Doppelseite mit Programmhinweisen für Kinder. Auch das Layout wird verändert. Größere Bilder sollen das Blatt moderner wirken lassen, so "WuV". Bei den Titelmotiven will man künftig stärker auf eine positive emotionale Ausstrahlung achten, teilt der Verlag mit.
Ausgebaut werden sollen zudem der Programm- und der Rätselteil. So können die Leser künftig auch über Fragen aus dem TV-Quiz "Wer wird Millionär" knobeln. Alle zwei Wochen folgt die Rubrik "Trainieren Sie Ihr Gehirn" dem aktuellen Denksport-Trend. Unangestastet bleibt der Comic-Klassiker "Mecki", der nach wie vor in der Zeitrschrift, die vor mehr als sechzig Jahren zum ersten Mal erschien, vertreten ist.