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Gniffke vs Deppendorf

"Tagesschau": Interner Zoff ums Sommerloch

 

Das Sommerloch ist auch in der "Tagesschau" angekommen. Darüber liefern sich Chefredakteur Gniffke und Haupstadtstudio-Chef Deppendorf im Blog der Sendung ein Scharmützel und diskutieren im teils scharfen Ton über Entbehrliches, Breitbeinigkeit und Kritik am ZDF

von Jochen Voß
23.07.2009 - 10:30 Uhr

Bild:WDR/Bettina Fürst-Fastré"Doch heute eröffnete das Sommerloch erstmals für diese Saison sein sonnendurchflutetes Maul", schrieb ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke am Dienstag dieser Woche im "Tagesschau-Blog", um zu erklären, warum die Themenauswahl der Hauptausgabe des Nachrichtenflaggschiffs an jenem Tag in seinen Augen ein wenig dünn geraten war. Offenbar zum Unmut einger Kollegen. "Aber wenn wir ehrlich sind, hätte man jedes, ja wirklich jedes unserer heutigen Themen auch lassen können", schrieb Gniffke. Beiträge über Schlesweig-Holstein, Nachterstedt, Arnold Schwarzenegger und eine Mathe-Olympiade bezeichnete er als "Kann-man-machen-Nummern".

Gniffke wollte damit wohl zum Ausdruck bringen, dass die nachrichtlichen Ereignisse des betreffenden Tages hinsichtlich ihrer weiteren Relevanz nicht allzu schwerwiegend waren. Allerdings hat er mit seinem Eintrag offenbar bei den Kollegen im Hauptstadtstudio der ARD einen wunden Punkt getroffen. Dessen Chef - Ulrich Deppendorf (Bild) - kommentierte umgehend am Mittwoch im Blog: "Wie schön, dass Sie gestern fast jeden Beitrag der 'Tagesschau' um 20 Uhr für entbehrlich hielten. Das hätten Sie uns ja dann auch schon etwas früher mitteilen können", so Deppendorf.
 

 
Schließlich hätte man dann in Berlin die Arbeit eher einstellen können. "Nun warten wir jeden Tag auf Ihre Einordnung, was entbehrlich ist", so Deppendorf weiter. Zudem fordert er vom Chefredakteur "mehr Selbstvertrauen", da Gniffke des öfteren die Themenauswahl der "Tagesschau" mit der der "Heute"-Kollegen vom ZDF vergleicht. In einem weiteren Kommentar vom gestrigen Abend schließlich verteidigt Gniffke seinen Eintrag. Nach einem Resümee des Zeitungs-Echos auf den Dienstag aus Nachrichtensicht fühle er sich in seiner These bestätigt, "dass es alles nur 'Kann'-Themen waren". Den Abgleich mit dem ZDF empfindet er als "ganz hilfreich, um die eigene Bewertung auf den Prüfstand zu stellen". Es stünde dem ARD-Team "vielleicht gut zu Gesicht, etwas weniger breitbeinig durch's Leben zu gehen", schreibt er.

Kritisch äußert sich Ulrich Deppendorf in seinem Kommentar auch über Frotzeleien Gniffkes gegen das neue Nachrichtenstudio des ZDF. "Habe schon gewitzelt, ob wir im Erklärraum heute ein 3-D-Modell des Sommerlochs sehen", schrieb der ARD-aktuell-Chefredakteur am Montag. Bereits am Wochenende schrieb er kritisch über die neue Technik der Kollegen vom ZDF. Hierzu merkte Deppendorf in seinem Kommentar an: "Wir sollten nicht mit zu viel Hochmut auf das neue ZDF-Studio schauen. Warten wir erstmal ab, ob unser neues Studio 2011 der große Hit wird". Der ARD-Haupstadtstudioleiter mahnt "ein wenig mehr Solidarität" mit dem Zweiten an. "Vielleicht benötigen wir dessen Unterstützung ja auch einmal", gibt er zu bedenken.

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