Thomas EbelingGroße Überraschungen gab es bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2009 nicht mehr. Angesichts der Rückkehr in die Gewinnzone hatte ProSiebenSat.1 nicht bis zur Bilanz-PK abwarten wollen und bereits vor drei Wochen den Netto-Gewinn von 144,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 119,1 Millionen Euro im Vorjahr in die Welt posaunt. Auch dass der Werbemarkt im letzten Quartal insbesondere in Deutschland wieder stark angezogen hat, ist keine Neuigkeit.

Dass die deutliche Rückkehr in die Gewinnzone trotz eines Umsatz-Rückgangs um 5,5 Prozent gelingen konnte, lag an dem strikten Sparkurs, den ProSiebenSat.1 zwar schon seit Jahren fährt, der 2009 aber noch einmal verschärft wurde. So gelang es, die operativen Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 221,3 Millionen Euro oder 9,6 Prozent zu senken. Möglich machte das unter anderem die Konzentration aller Sender mit Ausnahme von N24 am Standort Unterföhring. Doch auch die Investitionen ins Programm wurden zurückgefahren: Sie sanken bereinigt um den Effekt durch den Verkauf von CMore von 1,30 auf 1,23 Milliarden Euro.

Weil trotz dieser enormen Einsparungen aber der Marktanteil der Sendergruppe in Deutschland von 29,4 auf 30,1 Prozent gestiegen ist, ist trotz der Entspannung auf dem Werbemarkt zuletzt aber auch für das laufende Jahr weiter "Sparen, Sparen, Sparen" die Parole - oder wie es bei ProSiebenSat.1 heißt: "Kostendisziplin wird weiterhin Priorität im Konzern haben". Eine richtige Prognose für 2010 traut sich das Unternehmen weiter nicht zu, die Visibilität der Märkte sei weiter sehr gering.

Ebeling: "Um in diesem Marktumfeld auch künftig profitabel zu wachsen, wird uns eine straffe Kostenkontrolle auch weiterhin begleiten." ProSiebenSat.1 habe schließlich gezeigt, "dass Kreativität nicht nur eine Frage des Budgets" sei. "Die wachsende Zustimmung unserer Zuschauer und Kunden ist der beste Beweis dafür, dass Qualität des Programms und effizientes Kostenmanagement Hand in Hand gehen können."

Kostendisziplin herrscht aber auch gegenüber den Anteilseignern: ProSiebenSat.1 will für 2009 lediglich eine Dividende von 2 Cent je Aktie - den Mindestbetrag - zahlen, insgesamt also gerade mal 2,1 Millionen Euro. Auch 2008 wurde nur eine Dividende in gleicher Höhe gezahlt. 2007 ließen die Eigentümer trotz des schwierigen Umfelds und des riesigen Schuldenbergs, der auch Ende 2009 noch bei fast 3,3 Milliarden Euro lag, hingegen noch 1,25 Euro je Aktie ausschütten.

Neben dem Sparkurs setzt Ebeling wie schon häufig betont aber auch auf das Erschließen neuer Erlösquellen außerhalb der klassischen TV-Werbung. "Neue Umsatzmodelle sind beispielsweise das Konzept Media-for-Revenue-Share, wo wir Umsatzbeteiligungen gegen Werbezeiten erhalten, der Ausbau unseres Pay-TV-Geschäft oder unser Engagement in verwandten Geschäftsfeldern wie Event- und Live-Management. Dies gilt es 2010 fortzuführen."