Foto: Grimme InstitutWeil in den Sommermonaten ein großer Teil der Zuschauer wetter- und urlaubsbedingt häufig besseres zu tun hat, als sich jeden Abend vor dem Fernseher zu sammeln, setzen auch die Sender häufig auf ein Spar-Programm. Die Wiederholungs-Quote ist höher, viele Formate legen eine Sommerpause ein. Uwe Kammann, Chef des Grimme-Instituts, übte in einem Interview mit dem "Spiegel" nun Kritik an dieser Praxis.

"Es ist eine Unsitte, dass in den Sommermonaten nur die zweite Wahl gesendet wird", sagte er dem Nachrichtenmagazin. Besonders missfalle ihm, dass in diesem Zeitraum "wichtige Formate einfach ausfallen, so als ob im Sommer das Bedürfnis nach Kultur und Debatte plötzlich verschwände".

Zudem würden die frei werdenden Sendeplätze dann auch noch häufig mit Wiederholungen bespielt statt sie für Experimente und außergewöhnliche Programm-Ideen zu nutzen. An den niedrigen Zuschauerzahlen trügen die Sender dann wohl auch eine Mitschuld, schließlich würden sie "dieses hausgemachte Sommerloch bohren, in dem der Zuschauer dann ziemlich gelangweilt versinkt."