Zapp - Das Medienmagazin© NDR
Am heutigen Mittwochabend wird das NDR-Medienmagazin "Zapp" (23:05 Uhr, NDR Fernsehen) zum ersten Mal Ausschnitte aus dem Film "Informationen aus dem Hinterland" zeigen, der in den späten 70er Jahren entstand, vom WDR aber in vorauseilendem Gehorsam aus Angst vor juristischen Schritten durch den Axel Springer Verlag noch vor der ersten Ausstrahlung gesperrt worden war. Lediglich in einzelnen Programmkinos war der Film bislang zu sehen gewesen.

Der bekannte Enthüllungsjournalist Günter Wallraff berichtet darin über die Zeit, in der er vier Monate lang unter dem Pseudonym Hans Esser undercover in der Redaktion der "Bild"-Zeitung recherchierte. Daraus entstand unter anderem das Buch "Der Aufmacher" sowie ebenjene vom WDR gesperrte Doku, die Aufnahmen von Wallraffs Undercover-Arbeit bei "Bild", Interviews mit Günter Wallraff und einem ehemaligen BILD-Redakteur zeigt.

Dass der Sperrvermerk bis ins Jahr 2010 existierte, machte Wallraff kürzlich öffentlich, indem er sich via "Spiegel" über die "Selbstzensur" des WDR mokierte. Dort seien aus einem Wallraff-Porträt kurz vor Ausstrahlung Szenen des gesperrten Film-Materials herausgeschnitten worden, so Wallraff. Gegenüber dem "Spiegel" bestätigte WDR-Intendantin Monika Piel wenig später, dass der Sperrvermerk nun aufgehoben worden sei. Grund ist, dass Springer-Vorstand Döpfner in einem Schreiben an Wallraff versichert hatte, dass der Verlag keine juristischen Schritte gegen den Film mehr unternehmen würde. Daher gebe es "keinen Grund mehr, dieses Dokument unter Verschluss zu halten", so die WDR-Intendantin laut "Spiegel".