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Untreue-Verdacht beim KI.KA

Mitarbeiter-Suspendierung: MDR erhält Akteneinsicht

 

Die staatlichen Ermittlungen gegen einen suspendierten KI.KA.-Mitarbeiter laufen weiter - auch der federführende MDR will aktiv an der Aufklärung mitwirken. Dabei gehe es auch um Prävention.

von Christian Henz
10.12.2010 - 09:50 Uhr

Ki.Ka Logo© Kinderkanal
Anfang der Woche erschütterte die Meldung, dass gegen einen Mitarbeiter wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue ermittelt werde, den ARD/ ZDF-Kinderkanal. Der Sender reagierte mit der Suspendierung des Angestellten und erteilte ihm Hausverbot, während die zuständigen Behörden die Ermittlungen in den Räumlichkeiten des Kinderkanals in Erfurt aufnahmen. Nun treibt der für den KI.KA federführende MDR die Aufklärung in dem Fall weiter voran.

Der mitteldeutsche Rundfunk hat die sofortige und detaillierte Untersuchung aller geschäftlichen Abläufe des KI.KA, die mit dem verdächtigten Angestellten in Zusammenhang stehen, angeordnet. Dabei setzt man sowohl auf die Revision des MDR, als auch auf die Unterstützung einer Frankfurter Kanzlei mit dem Spezialgebiet Wirtschaftskriminalität. Zudem erhielt der MDR Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft.



Die Maßnahmen soll auch demonstrieren, dass der Sender mit größter Anstrengung eine lückenlose und baldige Aufklärung anstrebt, auch wenn die Überprüfung aufgrund ihrer Größenordnung noch einige Zeit in Anspruch nehmen könnte. Zudem sieht Ki.Ka-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp die jetzigen Anstrengungen auch als präventive Maßnahme, um ähnliche Vorgänge zukünftig zu vermeiden: "Wir wollen, dass vorbehaltlos und zügig alles ans Licht kommt, was der Mitarbeiter durch kriminelles Verhalten an Schaden verursacht hat. Außerdem erwarten wir uns Erkenntnisse darüber, wie es möglich war, die bestehenden Kontrollmechanismen auszuhebeln und wie wir durch weitere Verschärfung der Maßnahmen solche Vorfälle zukünftig möglichst verhindern können."

Eine der Hauptschwierigkeiten liege in der branchenüblichen Kooperation mit einer Vielzahl an Dienstleister- und Zuliefererfirmen. "Wie man in diesem Zusammenspiel zu noch mehr Überprüfbarkeit kommt, ohne eine bürokratische Lawine auszulösen, ist und bleibt ein Abwägungsprozess, mit dem wir uns in den nächsten Tagen und Wochen auseinandersetzen müssen", ergänzt MDR-Unternehmenssprecher Dirk Thärichen.

In Bezug auf den unter Verdacht stehenden Angestellten mehren sich zudem die Verdächtigungen, dass er mit den veruntreuten Geldern seine Spielsucht habe finanzieren wollen. "Wir haben mittlerweile Hinweise auf die Spielleidenschaft des betroffenen Mitarbeiters erhalten, denen wir nachgehen werden", so Thärichen. "Der MDR ist natürlich sehr daran interessiert, die Sachverhalte schnell und in vollem Umfang aufzuklären. Dafür werden wir alles Notwendige von unserer Seite dazu beitragen. Zunächst müssen aber auch wir die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft abwarten. Wir unterstützen auch weiterhin aktiv die Arbeit der Ermittlungsbehörden."

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