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Fernsehpreis 2004: "Stauffenberg" und alle anderen Gewinner

 

Der am meisten bejubelte Preisträger war Udo Jürgens. Zuvor jedoch wurden die TV-Höhepunkte des letzten Jahres prämiert.

von Thomas Lückerath
11.10.2004 - 20:49 Uhr

Fernsehpreis 2004: "Stauffenberg" und alle anderen Gewinner

Foto: ZDFDer Beifall für Udo Jürgens am Ende der knapp dreistündigen Gala toppte die Begeisterung für alle anderen Gewinner: Der kürzlich 70 Jahre alt gewordene Sänger erhielt den Ehrenpreis der Stifter aus den Händen von Joachim Fuchsberger. "Das ist ein großer Augenblick in meinem Leben", sagte Jürgens.

Die eigentlichen Fernsehleistungen des vergangenen Jahres wurden zuvor geehrt. "Wir sind mit 25 Preisen bald so weit, dass alle einen Preis bekommen", scherzte Moderator Thomas Gottschalk vor Beginn der Aufzeichnung und stellte gleich klar: "Wenn wir deshalb heute länger brauchen, liegt es nicht an mir."

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ZDF-Intendant Markus Schächter, Gastgeber der diesjährigen Verleihung, betonte die Wichtigkeit des "Fernseh-Oscars": "Einmal im Jahr ist es unser Bestreben, die Besten unseres Faches zu ehren." Dabei komme es nur auf einen Punkt an: "Qualität".

Mit flotten Sprüchen machte Gottschalk auch weiter als die Kameras für die Fernsehaufzeichnung liefen. "Moderatoren, die sich sonst die niedrigsten Quoten und schlechtesten Marktanteile an den Hals wünschen, liegen sich heute in den Armen", sagte Gottschalk - und begrüßte an dieser Stelle lächelnd seinen Kollegen Günther Jauch.

In der Kategorie "Bester Schauspieler Film" überreichte Laudatorin Senta Berger Ulrich Tukur den ersten Fernsehpreis des Abends für seine Rolle im "Tatort: Das Böse". Nach der ersten Dankesrede des Abends scherzte Gottschalk, ganz in weiß, wieder. Dies sei die erste Sendung nach der Gebührenerhöhung, da habe man sich kleine Preisträger ausgesucht - dies spare Strom beim höhenverstellbaren Mikrofon.

Der Preis für die beste Sitcom ging in diesem Jahr an die ARD-Serie "Berlin, Berlin".  Das Team erhielt den Preis nach einer Laudatio von Ingolf Lück, der sich den 1.400 Gästen im Saal mit nacktem Rücken und Tattoo über dem Hintern überraschte.

Bei der besten Sportsendung setzte sich statt Jauchs Moderation der Vierschanzentournee der bereits Kult gewordene Kommentar des olympischen Wettbewerbs im Dressurreiten von ARD-Reitsportexperte Carsten Sostmeier durch, der in einer knackigen Dankesrede auf den Punkt kam: "Reden ist silber, Reiten ist gold".

Foto: DWDLAls beste Serienschauspieler wurden Henning Baum für die Krimiserie "Mit Herz und Handschellen" und Iris Böhm für "Die Sitte" ausgezeichnet. Die Laudatio für die Kategorie "Beste Reportage" hielt Guido Knopp der laut Thomas Gottschalk "mit zu Schächters willigen Helfern" gehört, was nicht nur den ZDF-Intendant amüsierte. Ausgezeichnet wurde die Reportage "In Gottes Namen".

Das Team von "Genial daneben" konnte in der Kategorie "Beste Unterhaltungssendung" jubeln: Die im knallroten Overall auftretende Hella von Sinnen hatte extra eine Einkaufstüte mit dem Werbe-Aufdruck "Die kleinen Preise" mitgebracht, um die Trophäe einzusammeln und betonte in Anspielung auf die hochschwangere Tina Ruland, die zuvor auf der Bühne stand: "Ich bin übrigens nicht schwanger."

Von zwei "Schwarzwald"-Stars erhielten die Macher der RTL-Krimiserie "Abschnitt 40" auch 2004 den Preis als beste Serie. Ein Trio der ZDF-Show "Blond am Freitag" übergab den Preis für die beste tägliche Sendung an Tine Wittler, die Moderatorin der RTL-Dekosoap "Einsatz in 4 Wänden."

Foto: DWDLDen Preis für die die beste Schauspielerin erhielt die als "unglaublich wandlungsfähig" bezeichnete Martina Gedeck für ihre Darstellung der DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann in "Hunger auf Leben". Alice Schwarzer freute sich nach ihrer Laudatio über den Sieg von "Berlin Mitte" in der Kategorie "Beste Informationssendung".

"Bester Schauspieler in einer Nebenrolle" wurde Jürgen Hentsch für seine Leistung im ARD-Film "Im Schatten der Macht". Gabriela Maria Schmeide erhielt den Preis als "beste Schauspielerin in einer Nebenrolle" für den Spielfilm "Leben wäre schön", der ebenfalls in der ARD ausgestrahlt wurde.

Als "beste Dokumentation" wurde  "Das Wunder von Bern - die wahre Geschichte" von Sebastian Dehnhardt, Guido Knopp und Manfred Oldenburg ausgezeichnet. Knopp betonte, dass das ZDF als einziger Sender den Dokumentationen um 20:15 Uhr Platz einräume.

Komiker Olli Dittrich legte sein offensichtliches Erstaunen über die Auszeichnung für seine in einer Imbissbude spielende Improvisations-Sendung "Dittsche - das wirklich wahre Leben" ebenfalls nicht so schnell ab. "Ich bin begeistert und im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt."

Foto: DWDLJüngste Preisträgerin des Abends war die erst 13 Jahre alte Schauspielerin Henriette Confurius, die im vergangenen Jahr gleich in drei Filmen zu sehen war. "Ich bin wirklich kurz vorm Heulen", kommentierte die völlig überraschte Nachwuchsmimin, die einen der beiden mit 15.000 Euro dotierten Förderpreise erhielt, die Auszeichnung - und feierte mit den "Großen" noch einige Zeit mit.

Das Drama "Stauffenberg" des dreifachen Grimme-Preisträgers Jo Baier über das gescheiterte Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 gewann kurz vor Ende der Verleihung in der Königskategorie "Bester Fernsehfilm". "Es gibt viele Filme, die man machen kann, und einige, die man machen muss", sagte Autor und Regisseur Baier: "Und 'Stauffenberg' war einer, den man machen musste."

Im Vergleich der ausgewählten Produktionen führt die ARD mit neun Preisen vor dem ZDF mit fünf Nennungen. Es folgen RTL mit vier, ProSieben mit drei und SAT.1 mit zwei Nennungen. Je ein Preis geht an SWR und WDR.

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