Jörg Pilawa © ZDF/Robert Grischek
"Neue Ideen"

Jörg Pilawa redet sich sein Quizonkel-Dasein schön

 

Eigentlich wollte Jörg Pilawa nicht als Quiz-Onkel in die Fernsehgeschichte eingehen - nun wird es sehr wahrscheinlich doch so kommen. Für ihn ist das aber kein Problem mehr, weil er immer wieder neue Ideen mit einbringen möchte.

von Alexander Krei
20.04.2012 - 10:29 Uhr

Ursprünglich wollte Jörg Pilawa die ARD in Richtung ZDF verlassen, um dort auch Formate abseits des Quiz-Genres moderieren zu können. 2009 sagte er, er habe vor der Überlegung gestanden, weitere Jahre für die ARD zu arbeiten und dann irgendwann mit 50 "in die Annalen der deutschen Fernsehgeschichte endgültig als der Quiz-Onkel eingehen." Oder aber er traue sich, noch einmal etwas anderes zu machen. Das ZDF, so Pilawa damals, habe ihm angeboten, "eine Sendung zu entwickeln, die am späten Abend läuft und anders gestaltet ist als jede Quiz-Sendung. Das ist der Grund, einfach eine neue Herausforderung". Inhaltlich werde er "sicher etwas anderes machen. Und ich kann damit auch scheitern, das Risiko ist auch ein Reiz."

Nun moderiert Pilawa im ZDF vor allem eines: Quiz - und zwar in vielen Ausführungen. Ob "Rette die Million", "Die Quizshow" oder aktuell "Der Super-Champion": Ohne Frage-Antwort-Spiel geht bei Pilawa derzeit fast nichts, sieht man mal von seinem Ausflug zum Polit-Casting "Ich kann Kanzler!" ab. In einem Interview mit "DerWesten" versucht Pilawa nun eine Erklärung dafür zu finden: "Ich war vor drei Jahren an einem Punkt, an dem ich gesagt habe, ich will nicht als Quiz-Onkel in die Annalen des Fernsehens eingehen. Aber: Wir haben uns dann zusammengesetzt und überlegt, wie kann es mit dem Quiz weitergehen?", so der ZDF-Moderator.

"Die Quizshows haben sich Talkshows angeglichen. Man erfährt viel mehr über die Kandidaten als früher. Früher ging es nur um richtige Antworten, heute bringen die Kandidaten Geschichten mit." Doch ganz neu ist diese Erkenntnis freilich nicht: Auch viele seiner ARD-Shows waren einst darauf ausgerichtet, dass die Kandidaten mehr oder weniger Interessantes zu erzählen hatten. Pilawa: "1953 gab es die erste Quiz-Sendung im deutschen Fernsehen, und ich glaube, wenn das Fernseh-Zeitalter zu Ende, wird ein Quiz die letzte Unterhaltungssendung sein. Und mir geht es darum, immer neue Ideen dabei einzubringen."

Die ihm angebotene Moderation von "Wetten, dass..?" hat Pilawa offenkundig auch deshalb nicht übernehmen wollen, weil er derzeit mit so vielen Quizshows auf Sendung ist. "Wenn Du aber neben 'Wetten, dass..?' fünf, sechs andere Shows machst, das geht eben nicht, und deshalb habe ich abgesagt", so Pilawa im Interview mit "DerWesten". Markus Lanz bezeichnete er als "super Wahl" für den Job: "Ich hoffe, dass man seine Qualitäten beim neuen Konzept berücksichtigt. Er ist ein einfühlsamer Talker, das Sofa wird bei ihm eine ganz andere Rolle spielen."

Auch für Thomas Gottschalk findet Jörg Pilawa nur lobende Worte. Er finde es toll von Gottschalk und ARD, das nun gescheiterte Format "Gottschalk Live" probiert zu haben. "Ich finde, die Sendung ist inzwischen handwerklich gut gemacht. Vielleicht ist es tatsächlich der Sendeplatz. Aber das ändert nichts daran, dass er für uns der größte Showmaster bleibt, den wir in den letzten 30 Jahren hatten. Vielleicht war der Vorabend zu klein für ihn. Bei ihm denke ich immer an eine große Bühne und eine große Halle."

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