Gottschalk vs. Lanz © Screenshots RTL.de/ZDF.de
Die Seuche mit der Autorisierung

ZDF stellt klar: Kein Lanz-Angriff auf Gottschalk

 

Ein kleines Wörtchen schlägt hohe Wellen: Das ZDF ließ am Sonntag mitteilen, dass Markus Lanz seinem Vorgänger Thomas Gottschalk gar nicht vorgeworfen habe, er wolle "Wetten, dass..?" schaden. Schuld daran war man aber selbst.

von Alexander Krei
02.09.2012 - 15:23 Uhr

Das Autorisieren von Interviews scheint derzeit ein hoch-brisantes Thema zu sein - und hat nun auch das ZDF getroffen. Am Sonntag sorgte eine "Focus"-Vorabmeldung für Wirbel. Es ging dabei um ein Interview, das der neue "Wetten, dass..?"-Moderator Markus Lanz dem Magazin gegeben hat - und das auf den ersten Blick reichlich Zündstoff beinhaltete, weil Lanz offen seinen Vorgänger anzugreifen schien. "Ich bin mir ganz sicher, dass er 'Wetten, dass..?' schaden will", soll Lanz angeblich gesagt haben. Mit diesen Worten ließ "Focus" zudem auch seine Pressemeldung verbreiten.

Am Nachmittag meldete sich nun jedoch überraschend das ZDF zu Wort, um klarzustellen, dass Lanz den Vorwurf, Gottschalk wolle "Wetten, dass..?" schaden, gar nicht erhoben hat. "In der entsprechenden Interviewpassage mit dem 'Focus' hatte Markus Lanz wörtlich gesagt: 'Ich bin mir ganz sicher, dass er 'Wetten, dass..?' nicht schaden will'", stellte ZDF-Sprecher Alexander Stock klar. "Das Wort 'nicht' ist im Zuge der Autorisierung des Interviews aus nicht nachvollziehbaren Gründen gelöscht worden. Leider ist uns der Fehler nicht aufgefallen." Anders gesagt: Das ZDF hat durch die eigene Autorisierung selbst den Staub aufgewirbelt.

Lanz habe in allen öffentlichen Äußerungen seinen Respekt vor der Leistung Thomas Gottschalks zum Ausdruck gebracht und auch, dass er davon überzeugt sei, dass er mit seinem Engagement bei RTL nicht die Absicht habe, "Wetten, dass..?" zu beschädigen. Auch "Focus" meldete sich daraufhin noch einmal zu Wort und unterstrich, dass der Fehler beim ZDF gelegen habe. Die "Focus"-Redaktion habe die ZDF-Pressestelle am Donnerstag darauf hingewiesen, dass das Originalinterview vom ZDF bei der Autorisierung an mehreren Stellen massiv geändert worden sei.

Deswegen habe man Gesprächsbedarf angemeldet. Daraufhin erklärte das ZDF nach Angaben des "Focus" per E-Mail, eine "nochmalige Überarbeitung ist sicher schon zeitlich nicht möglich", das Interview mit Markus Lanz sei "gelungen" und außerdem „dicht am Original". Das fehlende "nicht", das so viel Aussagekraft besitzt, ist dem Sender dabei ganz offensichtlich durch die Lappen gegangen. Und "Focus" freute sich über eine überraschende Schlagzeile. Wieso die Aussage des künftigen "Wetten, dass..?"-Moderator ins Gegenteil gedreht wurde, ist unklar und dürfte insbesondere auf dem Lerchenberg noch Klärungsbedarf nach sich ziehen.

Sicher ist jedoch eines: Die in Deutschland gängige Autorisierungspraxis sorgt in diesen Tagen für reichlich Zündstoff. DWDL.de hatte kürzlich ein mit Jochen Schropp geführtes Interview nicht veröffentlicht, nachdem im Zuge der Autorisierung ganze Fragen gestrichen worden waren. In der WebTV-Sendung "Studio D" äußerte wenig später auch Journalist Hans Hoff seinen Unmut über derartige Vorgänge. "Der 'Spiegel' hat das mal eingeführt, um Interview-Partner zu öffnen. Aber das ist inzwischen komplett pervertiert. Das Print-Interview in dieser Form ist eigentlich tot, muss man wirklich sagen", bedauerte Hoff angesichts der Unsicherheit, dass ein geführtes Interview auch so veröffentlicht werden kann, wie es geführt wurde.

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