Ganz Deutschland kennt die Figuren, die Tag für Tag im ZDF-Vorabendprogramm zwischen den Werbespots zu sehen sind. Keine Frage - es geht um die Mainzelmännchen. Nun ist ihr Vater gestorben: Wolf Gerlach starb in der Nacht zum Montag im Alter von 84 Jahren in Bad Zwischenahn. Gerlach war gelernter Theatermaler, der zunächst als Bühnenbildner und dann als Grafiker und Filmarchitekt arbeitete. Zum Sendestart des ZDF am 1. April 1963 entwickelte er die Trickfiguren, die bis heute als Bestandteil des Programms nicht wegzudenken sind. In namentlicher Anlehnung an die Heinzelmännchen treiben die Mainzelmännchen nach wie vor ihr Unwesen.

"Mit seinen Mainzelmännchen hat Wolf Gerlach dem ZDF Sympathieträger geschenkt, die als 'zeitlose Entspannungsphilosophen' bis heute unverwechselbar sind", würdigte der Sender am Montag Gerlachs Werk. Geboren wurde Wolf Gerlach 1928 im pommerschen Stolp, aufgewachsen ist er auf der Nordseeinsel Langeoog, ehe er Anfang der 60er Jahre als Filmarchitekt nach Wiesbaden kam, wo er zunächst Werbefilme drehte. Wenige Jahre schuf er sich schuf er sich mit Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen ein echtes Denkmal, das bis heute nicht aus dem deutschen Fernsehen wegzudenken ist.

Trotz zwischenzeitlicher Überarbeitung der Figuren haben die Figuren viel von ihrem ursprünglichen Charakter behalten - und mit spöttischen Gast-Auftritten in der "heute-show" sieht man die Mainzelmännchen inzwischen sogar desöfteren von einer ganz neuen Seite. Den 50. Geburtstag seiner Figuren erlebt Wolf Gerlach zwar nicht mehr - doch eines ist gewiss: Auch nach seinem Tod werden Millionen Fernsehzuschauer in Zukunft noch viel Freude an den Mainzelmännchen haben, die mit Sicherheit so manchen Werbeblock ein gutes Stück erträglicher gemacht haben und machen werden. Sie und ihr prägnantes "Gudn Abend", das in den Anfangsjahren sogar von Gerlach selbst gesprochen wurde, werden wohl noch über Jahre hinweg an ihren Schöpfer erinnern.