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Nur ein Unternehmen bleibt in Bukarest

ProSiebenSat.1 verkauft sein Osteuropa-Geschäft

 

Am Wochenende machte bereits die Meldung vom Verkauf des ungarischen Fernsehsenders TV2 die Runde. Am Montag wird klar: Die ProSiebenSat.1 Media AG hat sämtliche Aktivitäten in Rumänien und Ungarn verkauft. Sämtliche? Nun, eine kleine Ausnahme gibt es noch.

von Thomas Lückerath
23.12.2013 - 14:31 Uhr

Am Montagmittag kam die Bestätigung, die sogar noch weit über die am Wochenende auch vom Medienmagazin DWDL.de berichtete Verkaufsaktivitäten hinaus reicht: Die ProSiebenSat.1 Media AG hat all ihre osteuropäischen TV- und Radiosender verkauft. In Rumänien veräußerte ProSiebenSat.1 den Fernsehkanal Kiss TV sowie die Radiostationen Kiss FM, Magic FM, One FM und Rock FM an die griechische Antenna Group, Südosteuropas führende Mediengruppe. Den TV-Sender Prima TV hat der rumänische Unternehmer Cristian Burci erworben. Die ungarischen Fernsehsender TV2, FEM 3, PRO4 und Super TV2 wurden vom bisherigen Management-Team im Rahmen eines Management Buyouts übernommen.

Die Verträge für die entsprechenden Transaktionen wurden heute bzw. schon am 20. und 21. Dezember 2013 unterzeichnet. Den rechtlichen Vollzug des Verkaufs erwartet die ProSiebenSat.1 Group für das erste Quartal 2014. Bereits mit dem Verkauf des Nordeuropa-Portfolios im Dezember 2012 hatte der Unterföhringer TV-Konzern angekündigt, sich auch von seinen osteuropäischen TV- und Radiobeteiligungen trennen zu wollen, um sich künftig auf den Ausbau des deutschsprachigen Fernseh- und Digitalgeschäfts zu konzentrieren. Hier sehe man für den Konzern  langfristig die größten Synergie- und Wachstumschancen.

Bereits seit dem Verkauf des Nordeuropa-Geschäfts Ende 2012 berichtet der Konzern auf Basis fortgeführter Aktivitäten, also exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge der osteuropäischen Beteiligungen. Einen Effekt auf die Bilanz hat der jetzige Verkauf damit nicht. Während sich die ProSiebenSat.1 Media AG mit diesem Schritt aus dem TV- und Radio-Geschäft in Osteuropa zurückzieht, bleibt ein Unternehmen des Unterföhringer Medienkonzerns weiterhin in Rumänien ansässig: Das Video-Portal MyVideo hat seit der Gründung seinen Firmensitz in der rumänischen Hauptstadt Bukarest.

Eine offizielle Erklärung für diese ungewöhnliche Standortwahl blieb die ProSiebenSat.1 Media AG in den vergangenen Jahren stets schuldig. Ihren Ursprung hat die rechtliche Ansiedlung der MyVideo Broadband S.R.L. in Bukarest aber möglicherweise aus Zeiten, in denen die Videoportale noch stärker auf User Generated Content setzten und sich durch illegal hochgeladene Videos häufiger Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt sah.

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