Sonneborn rettet die Welt © ZDF/Andreas Coerper
ZDF verzichtet auf "Partei"-Satiriker

Wegen EU-Mandat: "heute show" ohne Sonneborn

 

Vor etwa zwei Wochen hat Martin Sonneborn mit seiner Spaß-Partei Die Partei ein Mandat im Europaparlament ergattert. Das hat für den Satiriker nun überraschende Konsequenzen: Das ZDF will während Sonneborns Tätigkeit im Parlament nicht mit ihm zusammenarbeiten.

von Timo Niemeier
05.06.2014 - 16:38 Uhr

So hat sich Martin Sonneborn seinen Wahlsieg sicher nicht vorgestellt: Der Satiriker wird in der neuen TV-Saison wohl nicht mehr in der "heute show" im ZDF zu sehen sein. Das bestätigte ein Sendersprecher dem Branchendienst "werben & verkaufen": "Das ZDF wird für die Dauer der Tätigkeit von Herrn Sonneborn im Europäischen Parlament nicht mit ihm zusammenarbeiten", heißt es aus Mainz. 

Einmal haben die Zuschauer noch die Gelegenheit, Sonneborn in der "heute show" zu sehen. Bereits in der kommenden Ausgabe am 6. Juni will man den Neu-Parlamentarier verabschieden. Am 1. Juli nimmt er sein Mandat auf. Die "heute show" geht dann aber auch erst einmal in die Sommerpause, weiter geht's erst im September. 

Martin Sonneborn hatte direkt nach seinem kleinen Wahlsieg verkündet, seine Partei wolle die EU nun "melken wie ein kleiner südeuropäischer Staat". Sonneborns Kalkül: "Wir werden versuchen, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durchzuschleusen durch das EU-Parlament. Das heißt, dass jedes dieser Mitglieder einmal für 33.000 Euro im Monat sich Brüssel anschauen kann und dann zurücktritt und noch sechs Monate lang Übergangsgelder bezieht." EU-Politiker erklärten bereits, dass man für den Erhalt von Übergangsgeldern mindestens ein ganzes Jahr im Parlament sitzen müsse. 

Sollte Sonneborn wirklich zurücktreten, dürfte es spannend werden, ob er wieder in der "heute show" zu sehen sein wird. Als Parteichef dürfte er aus ZDF-Sicht nämlich auch ohne eigenes EU-Mandat viel Einfluss haben. Und in Mainz will man sich mit keiner Partei gemein machen. Fest steht nur: Die Partei wird in den kommenden Jahren für reichlich Schlagzeilen sorgen und mit einem Sitz im EU-Parlament vertreten sein. 

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