ARD alpha © ARD
"BR-Alleingang"

VPRT kritisiert die Umwandlung in ARD-alpha

 

Ende des Monats wird BR-alpha zu ARD-alpha, was den Anspruch unterstreicht, ein Programm nicht nur für Bayern zu machen. Der VPRT kritisiert das als "Alleingang" des BR. Der BR weist die Vorwürfe zurück

von Uwe Mantel
11.06.2014 - 11:56 Uhr

Wenn es um die Digitalableger der ARD geht, dann spricht man in der Regel von Einsfestival, Eins Plus und tagesschau24. Schon seit 1998 betreibt aber der Bayerische Rundfunk mit BR-alpha auch einen eigenen Bildungskanal als Ableger. Während die ARD zwei ihrer Digitalkanäle zugunsten eines ARD/ZDF-Jugendkanals gerne aufgeben würde, wird BR-alpha nun aber sogar aufgewertet. Zwar wird der Sender auch weiterhin vom BR betrieben, am 28. Juni aber in ARD-alpha umbenannt und damit nach außen hin als gemeinsames ARD-Angebot erscheinen. Künftig werden nicht nur mehr Sendungen anderer ARD-Anstalten übernommen, sondern auch mehr eigene Formate produziert.

Der Privatsenderverband VPRT kritisiert diese Maßnahme nun stark und appelliert an die Medienpolitik der Länder, dieses Vorhaben genau zu prüfen und auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorhaben zu bestehen. Dazu Dr. Tobias Schmid, Vorstandsvorsitzender des VPRT: "Bei ARD-alpha will der BR nach eigenem Gutdünken aus seinem bayerischen Landesangebot ein bundesweites ARD-Angebot machen, obwohl es dafür zunächst eine Ermächtigung durch die Länder geben müsste. Das ähnelt doch sehr dem Versuch des BR, BR-KLASSIK ohne rechtliche Grundlage ins Digitale abzudrängen. Wenn das durchgeht, braucht man keine Rundfunkstaatsverträge mehr und jeder macht, wonach ihm gerade ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Interesse der Ordnungspolitik ist."

Schmid unterstrich dabei, dass der VPRT sich dabei ausdrücklich auf das Verfahren und nicht die Inhalte des Bildungskanals beziehe. Zwischen den Ländern sei vereinbart worden, dass es ein Gesamtkonzept für die digitalen Spartenkanäle geben solle. Alleingänge durch ARD-Anstalten, die ihre Kanäle ungeachtet dessen einfach starten würden, müssten verhindert werden. Anderenfalls würde der Gestaltungsanspruch der Länder in Rundfunkfragen ad absurdum geführt, heißt es in einer Mitteilung.

Der Bayerische Rundfunk tritt diesen Vorwürfen mit folgender Stellungnahme entgegen: "Bei ARD-alpha handelt es sich um keinen weiteren öffentlich-rechtlichen Kanal. Der seit 1998 bestehende und im Rundfunkstaatsvertrag verankerte Sender BR-alpha soll künftig für Bildungs- und Informationsangebote innerhalb der ARD-Familie noch weiter geöffnet werden. Aus diesem Grund firmiert er künftig unter ARD-alpha, bleibt aber ein Sender des Bayerischen Rundfunks. Der VPRT geht davon aus, bei BR-alpha handle es sich um einen digitalen Spartenkanal. Diese Annahme ist unzutreffend. Die Weiterentwicklung von BR-alpha zu ARD-alpha hat keinen Einfluss auf die Zukunft der digitalen Spartenkanäle EinsPlus, Einsfestival, tagesschau24 oder eines öffentlich-rechtlichen Jugendkanals. Der VPRT vermischt hier zwei unterschiedliche Kategorien."

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