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Krautreporter © Krautreporter
"Vorschnelles Urteil"

"Krautreporter"-Herausgeber Esser kritisiert Kritiker

 

Sebastian Esser, der bei den "Krautreportern" als Herausgeber fungiert, verteidigt gegenüber der "SZ" das "Alles-oder-nichts-Prinzip" der Crowdfunding-Kampagne und kritisiert die Kritiker, die das Projekt etwas voreilig für gescheitert erklärt hatten.

von Uwe Mantel
17.06.2014 - 12:29 Uhr

Mit einem beeindruckenden Schlussspurt haben die "Krautreporter" ihr Ziel, 900.000 Euro via Crowdfunding einzusammeln, in der vergangenen Woche auf den letzten Drücker doch noch erreicht, obwohl es von vielen angesichts der schleppenden Entwicklung der Unterstützerzahl bereits für gescheitert erklärt worden war. Sebastian Esser, der dort als Herausgeber fungiert, betont in der "SZ" nun, dass er selbst den Verlauf weniger pessimistisch gesehen hat. "Wenn man - wie wir - in der ersten Woche der Crowdfunding-Phase das erste Drittel schafft und nach dem Tal des Todes bis zum Beginn der letzten Woche mindestens die Hälfte, stehen die Chancen gut." Abgesehen von der ungewöhnlich steilen Kurve am Schluss habe also "alles dem normalen Verlauf eines erfolgreichen Crowdfundings" entsprochen.

Um so ärgerlicher sei es gewesen, dass das Projekt von vielen bereits für gescheitert erklärt worden war. Dies habe dem Projekt geschadet. "Das vorschnelle Urteil hätte zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden können", so Esser. "Menschen sind sehr träge und kramen ihre Kreditkarte nicht raus, wenn sie das Gefühl haben, es funktioniert eh nicht." Dass man stets erklärt hat, mit weniger als 15.000 Nutzern trotz enormer Unterstützerzahl nicht loslegen zu wollen, verteidigt Esser. "Das Alles-oder-nichts-Prinzip, die Emotionalisierung, ist das Wesen von Crowdfunding." 900.000 Euro seien zudem die unterste Grenze, um die Kosten für ein ganzes Jahr zu decken. Diese Zeit brauche man, um neue Unterstützer zu gewinnen und den Abgang anderer zu kompensieren. Schließlich suche man ein nachhaltiges Geschäftsmodell und wolle "kein weiteres crazy Internetprojekt sein."

Ganz konkret stehen die "Krautreporter" nun nach dem Geld-Einzug vor der Herausforderung, bis zum geplanten Start im September, die Software zu entwickeln. "Der Konstruktionsplan ist fertig, aber das Haus muss noch gebaut werden", so Esser. Redaktionell wolle man im Sommer einen "Stehsatz mit zeitlosen Geschichten aufbauen". Zudem gelte es nun zu klären, wieviele Texte die Autoren schreiben wollen. Daraus ergibt sich, wieviel Geld für freie Autoren zur Verfügung steht. Die rennen den "Krautreportern" offenbar die Bude ein: "Wir haben schon jetzt mehr als 100 Anfragen." Die "Krautreporter" wollen sich in die Themenwahl der Autoren übrigens nicht einmischen, die Redaktion werde sich vor allem um Koordination und Qualitätssicherung kümmern. Besonderen Wert werde man im Interesse der Glaubwürdigkeit auf Fact-Checking legen.

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