Kofler weiter im Plan: Premiere steuert auf schwarze Zahlen zu
Während das werbefinanzierte Privatfernsehen - wie am Beispiel ProSiebenSAT.1 kürzlich zu sehen - derzeit mit einigen Problemen zu kämpfen hat, laufen die Geschäfte des Bezahlsenders Premiere gut. Im ersten Quartal stieg der Gewinn (EBITDA) auf 22,7 Millionen Euro und lag damit leicht über den Schätzungen, die Analysten im Vorfeld geäußert hatten. Im Vorjahresquartal war noch ein Verlust von 1,8 Millionen Euro angefallen.
Rechnet man die Einmalkosten für den Börsengang heraus, betrug der Gewinn sogar 32 Millionen Euro. Auch das Netto-Ergebnis nähert sich der schwarzen Null und betrug im ersten Quartal -3,4 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal lag dieser Wert noch bei -41,4 Millionen Euro. Beim Umsatz konnte Premiere ebenfalls deutlich zulegen: Er stieg um 10,3 Prozent auf 247,4 Millionen Euro. Erfreulich dabei: Besonders im Kerngeschäft mit Programm-Abos konnte ein überdurchschnittlicher Zuwachs um 18,2 Prozent auf 221,4 Millionen Euro erzielt werden. Premiere erzielt nun 95 Prozent seines Umsatzes im Kerngeschäft - vor zwei Jahren lag dieser Wert lediglich bei 74 Prozent.
Mehr Abonnenten und mehr Umsatz pro Abonnent
Die Zahl der Abonnenten stieg innerhalb der ersten drei Monate des Jahres 2005 um etwa 50.000 auf knapp 3,3 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Plus von 11,6 Prozent zu verzeichnen. Positiv: Der durchschnittliche Jahresumsatz pro Abonnent stieg im Kerngeschäft im 1. Quartal 2005 auf 287 Euro. Das sind 16 Euro oder 5,9 Prozent mehr als im 1.Quartal des Vorjahres.
Die Kosten konnte Premiere im ersten Quartal weitgehend stabil bei 224,7 Millionen Euro halten, obwohl die Ausgaben für das Programm um rund 15 Millionen auf 135,7 Millionen Euro gestiegen sind. Hier schlagen insbesondere Sportrechte zu Buche. Diese Mehrausgaben konnten jedoch durch Maßnahmen wie die Einstellung der eigenen Programmzeitschrift kompensiert werden. Weniger gab Premiere im ersten Quartal für Marketingmaßnahmen aus: 25,7 Millionen Euro nach 30,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Gewinnungskosten pro Abonnent lagen bei 169 Euro und damit 8 Prozent unter dem Jahresdurchschnitt 2004.
Mit dem erfolgreichen Börsengang konnte Premiere auch das Bilanzbild deutlich verbessern. Das Eigenkapital stieg kräftig um 326,6 Millionen auf 745,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt somit nun 58,1 Prozent. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten sanken vom 31.12.2004 bis zum 31.03.2005 von 370,2 Millionen Euro auf 83,6 Millionen Euro.

Wachstum dank Innovationen im zweiten Halbjahr erwartet: Premiere Sport-Portal, Premiere Direkt + und HDTV
Für das Gesamtjahr ist Premiere-Chef Kofler optimistisch und erwartet, dass das Wachstum im 2. Halbjahr 2005 mit Schwerpunkt im 4. Quartal an Dynamik gewinnen wird. Außerdem kündigte er einige Neuerungen an: So startet der Abosender im Juni ein Sport-Portal. Abonnenten haben das komplette Sportprogramm von Premiere dann auf einer Portalseite im Blick. Dank Bild-im-Bild-Gestaltung kann Premiere dann von bis zu 15 Sportereignissen parallel berichten.
Im Juli startet Premiere Direkt+, ein neuer Video-on-Demand-Service, der über einen normalen Fernsehanschluss im Wohnzimmer genutzt werden kann. Premiere Direkt+ bietet eine wöchentlich aktualisierte Auswahl von bis zu 30 Filmen - von aktuellen Filmhighlights bis hin zu Vollerotik. Die Filme werden über Nacht auf die Festplatte eines Premiere Digital-Rekordersgeladen und in mehreren Kategorien übersichtlich abgelegt. Daraus kann der Zuschauer einen Film auswählen und gegen Gebühr sofort sehen.
Für November 2005 ist der Start des ersten Programm-Bouquets imhochauflösenden Fernsehformat HDTV geplant. Auf drei Kanälen können Premiere Abonnenten dann Filme, Dokumentationen und Live-Sport in neuer Bildqualität genießen. Ausgestrahlt werden die Programme digital via Satellit über ASTRA. Außerdem wird eine Verbreitung der Premiere HDTV-Programme im Kabel angestrebt.
Dr. Georg Kofler: "Premiere wird das Jahr 2005 nutzen, um den Abstand zum herkömmlichen Fernsehangebot zu vergrößern. Wir werden die neue Markenpositionierung 'Fernsehen Erster Klasse' mit Leben füllen. Eine Innovationsoffensive wird dem 2. Halbjahr 2005 ihren Stempel aufdrücken. Damit wecken wir zusätzliche Neugier auf das digitale Fernsehen und machen Lust auf Premiere. Alle Innovationen profilieren Premiere als führende TV-Marke für Premium-Unterhaltung. Die überzeugendsten Produkte sind diejenigen, die man auf den erstenBlick versteht. Das Premiere Sport Portal, Premiere Direkt+ und HDTV erfüllen diese Anforderung. Sie werden ins Auge fallen und ersparen so manches abstrakte Argument über die Vorteile des digitalenFernsehens. Aufgrund der Innovationsstrategie werden wir die Marketing- und Vertriebsaktivitäten aufs 2. Halbjahr 2005 konzentrieren. Im Fokus der Vermarktung stehen Premium- Abonnements."
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