RGA und Solinger Tageblatt © B. Boll
In Remscheid und Solingen

Lokale Tageszeitungen bereiten Bezahlschranke vor

 

Der "Remscheider General-Anzeiger" (RGA) und das "Solinger Tageblatt" haben sich einen komplett neuen Online-Auftritt zugelegt. Mit der neuen Präsenz im Web bereitet man die Online-Leser der Tageszeitung nun auch auf eine Bezahlschranke vor.

von Marcel Pohlig
16.02.2015 - 15:07 Uhr

Das Medienhaus B. Boll hat seinen Titel "Solinger Tageblatt" und "Remscheider General-Anzeiger" in der vergangenen Woche einen komplett neuen Internetauftritt verpasst. Setzte man bislang auf die gleiche, antiquierte Technik und Optik des Kooperationspartners "Westdeutsche Zeitung", so erstrahlen nun beide Titel in heller und geräumiger Optik und sind erstmals auch für mobile Geräte optimiert. Aus Verlagssicht aber deutlich spannender und wichtiger: Mit dem neuen Internetauftritt bereitet man auch die Einführung einer Bezahlschranke im Web vor.

Wer seit dem Relaunch auf lokale Inhalte zugreifen möchte, der landet bereits jetzt auf einer Log-In-Seite. Als erste Maßnahme sind lokale Inhalte auf rga.de und solinger-tageblatt.de bereits jetzt nur noch nach einer Registrierung zugänglich. Damit scheint man offensichtlich die Akzeptanz und Bereitschaft auszuloten, denn: Zahlen muss der Nutzer für regionale Informationen auf den Seiten der Tageszeitungen nun noch nicht. Oder wie es im Infotext dazu heißt: "Sie können sich damit bereits an das zukünftige Login-Verfahren gewöhnen."

In einem zweiten Schritt soll sich aber auch dies noch ändern. Im Laufe des Jahres, ohne konkreter zu werden, soll der lokale Teil der beiden Blätter dann auch online nur noch gegen Gebühr zu lesen sein, womit das aktuell registrierte Konto wieder hinfällig und eine erneute Registrierung, diesmal kostenpflichtig, notwendig wird. Hinter der Bezahlschranke werden dann die regionalen Nachrichten, Kommentare, Analysen und Hintergrundberichte versteckt. Auch für die Archivfunktion, Fotostrecken und Videos sowie Infografiken muss bei "ST" und "RGA" künftig online gezahlt werden.

Frei verfügbar sind in Zukunft nur noch die Nachrichten aus Deutschland und der Welt, die aber ohnehin nicht in Solingen und Remscheid verfasst, sondern über die Kooperation "Westdeutsche Zeitung Plus" zentral übernommen werden. Das Medienhaus B. Boll vermarktet also nur die wirklich exklusiven Inhalte hinter einer Bezahlschranke und setzt damit auf die Vermarktung der eigentlichen Stärke. Wer das E-Paper von "RGA" und "ST" abonniert hat, bekommt künftig automatisch Zugriff auf die lokalen Inhalte. Dabei wandelt B. Boll ein wenig auf "Bild"-Spuren: Bereits jetzt sind die künftig kostenpflichtigen Angebote mit einem dicken Plus-Symbol markiert.

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