Schawinski © SRF1/Screenshot
Harald Schmidt trifft auf Roger Schawinski

"Dein Einstieg wurde durch mein Intro TV-Geschichte"

 

Als Roger Schawinski im Dezember 2003 die Sat.1-Geschäftsführung übernahm, schmiss Harald Schmidt hin. Im Schweizer Fernsehen kam es am Montagabend zur sehenswerten Begegnung in Schawinskis Talkshow - inklusive Aufarbeitung des damaligen Eklat.

von Thomas Lückerath
17.02.2015 - 02:06 Uhr

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Der Name Roger Schawinski ist in Deutschland mit Sat.1 verbunden. Von Dezember 2003 bis Dezember 2006 leitete er die Geschicke des damals noch in Berlin beheimateten Privatsenders. Unter seiner Führung erlebt der Sender eine seitdem nicht wieder erlebte Blütezeit, die ganz wesentlich auf den Erfolg der Telenovela „Verliebt in Berlin“ zurückzuführen ist. Doch Roger Schawinski ist auch jener Sat.1-Geschäftsführer, der Harald Schmidt in die Flucht geschlagen hat. Diesen Eindruck kultivierte Harald Schmidt bei seinem damals so plötzlichen Abschied.

Doch der gebürtige Zürcher Roger Schawinski hat viele Karrieren - darin ähneln sich der Schweizer und Schmidt. Seit 2011 moderiert er im Schweizer Fernsehen eine wöchentliche Talkshow. Zu Gast bei „Schawinski“ auf SRF1 war an diesem Montag: Harald Schmidt. Es wurde ein bemerkenswertes Aufeinandertreffen zweier Menschen mit wettbewerbsfähigen Egos. Gastgeber Schawinski füttert das zu Beginn mit einer Lobhudelei auf Schmidt, der wiederum beteuert, seine LateNight-Show nicht zu vermissen: „Ich habe jetzt die Show bald seit einem Jahr nicht mehr und ich bin überrascht, wie weit es schon für mich zurückliegt und dass es mir eigentlich überhaupt nicht fehlt.“

Nach ein bisschen Geplänkel kommt dann die aus Branchensicht spannende Aufarbeitung, die einen großen Teil der knapp halbstündigen Talkshow einnimmt. „Wir haben eine kleine gemeinsame Geschichte - auf die müssten wir eingehen“, leitet Roger Schawinski ein. „An meinem ersten Arbeitstag bei Sat.1 kündigte Harald Schmidt an, dass er seine legendäre Talkshow aufgibt - und das wurde vom deutschen Feuilleton am nächsten Tag gefeiert wie wenn Goethe und Schiller gleichzeitig gestorben wären. Anke Engelke hat gesagt ‚Gott ist tot‘. Das hast Du gut hingekriegt.“

„Ja, das war gar nicht so beabsichtigt. Das wurde auch immer in Kombination mit Deiner Person gesehen. Aber wir kannten uns ja gar nicht“, sagt Schmidt. „Bei mir war einfach der Punkt: Es kommt ein neuer Eigentümer; es kommt eine neue Führungsmannschaft - ich war ermattet. Ich habe aber dem neuen Eigentümer Haim Saban noch eine faire Chance gegeben“, erzählt der ehemalige Chefzyniker der Nation weiter. Er habe sich mit Saban in einem Hotel in Wiesbaden getroffen, sagt Schmidt. Um eine Gehaltserhöhung zu verlangen, scherzt Schawinski. „Ich habe ihn nicht überlastet mit der Formulierung: Ich habe gesagt, ich möchte das Doppelte. Er hat aber nicht hingehört und guckte auf sein Blackberry.“

Schawinski
© SRF1/Screenshot

Schmidt über Haim Saban: „Er wusste nicht viel vom deutschen Show-Geschäft, aber er kaufte sich eine Trachtenjacke, sagte ‚Ich möchte lang bleiben‘; war nach zwei Jahren mit kolportierten 3 Milliarden Euro Gewinn wieder weg. Glückwunsch an die deutschen Verleger und die deutsche Politik, die sich vor ihm verneigt haben.“ Mit wahnsinnigem Gespür für Timing und Bescheidenheit merkt Roger Schawinski an, dass er als Sat.1-Geschäftsführer einen großen Teil dazubeigetragen habe. Und steuert noch eine Saban-Anekdote bei: „Kommissar Rex“ müsse im Programm bleiben, habe Haim Saban zu seiner Sat.1-Zeit gesagt. Weil er Falcos „Der Kommissar“ kannte.

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