Marcus Wolter, Elton, Frank Buschmann, Borris Brandt © Endemol/ZDF/Sat.1/AIDA
„Die dicksten Eier der Branche machen Pause“

Raabs Weggefährten rechnen schon mit Comeback

 

DWDL.de hat Reaktionen auf Raabs überraschend angekündigten Abschied eingeholt: Wie Weggefährten von ihm seine Ankündigung bewerten. Mit dabei u.a. der heutige Endemol-Shine-Chef Marcus Wolter und Raabs „Praktikant“ Alexander „Elton“ Duszat.

von Thomas Lückerath
18.06.2015 - 15:35 Uhr

Die überraschende Pressemitteilung von ProSieben, Brainpool und Stefan Raab am späten Mittwochabend hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer. Einige Reaktionen prominenter Weggefährten gab es schon nach wenigen Minuten auf diversen Social Media-Kanälen. So manchen jedoch traf die Ankündigung völlig überraschend, dass man erst am nächsten Morgen die passenden Worte dafür fand. Kaum einer, mit dem DWDL.de an diesem Donnerstag sprach, glaubt übrigens an einen finalen Fernseh-Abschied des Entertainers. "Stefan hat TV-Geschichte geschrieben und insbesondere mit seinen Ideen und seiner Haltung den deutschen Entertainment-Markt sehr bereichert“, sagt Marcus Wolter, heute Geschäftsführer Endemol Shine Germany und setzt nach: „Ich freue mich und bin gespannt auf sein Comeback nach der Frührente.“ Wolter gilt als Entdecker Raabs in den 90er Jahren und geistiger Vater der Formate „Vivasion“ und „TV Total“, auch wenn der TV-Produzent abwinkt, wenn er darauf angesprochen wird.



„Stefan hat sich selbst entdeckt“, so die diplomatische Antwort, die zuletzt auch Stefan Niggemeier in einem Interview für das „SZ-Magazin“ zu hören bekam. Für Wolter ist nach der Rücktrittserklärung vom Mittwochabend also noch nicht das letzte Wort gesprochen. Es deckt sich mit vielen Gesprächen an diesem Tag. Dass Schluss sein soll mit „TV Total“ und Raab eine Auszeit nehmen will - das bestreitet niemand. Und auch wenn Raab abseits der Arbeit nie das Rampenlicht gesucht, kann sich kaum einer in der Branche vorstellen, dass Raab mit 50 tatsächlich dauerhaft in Rente geht. Manche Weggefährten wollen nicht viel sagen. „Noch ist er ja da“, heißt es - von der Sommerpause mal abgesehen. Alexander „Elton“ Duszat beispielsweise. Er verweist auf eine kurze Äußerung bei Facebook. Da schrieb er tief in der Nacht: „Ich kann und werde mich im Moment zu den Nachrichten nicht groß äußern, außer: Danke, für eine geile Zeit!!! Und ich freue mich sehr auf das halbe Jahr, was noch kommt (außer Turmspringen). Auf geht’s!!!“

Ein Brainpool-Mitarbeiter, der nicht genannt werden will, merkt angesicht mancher Nachrufe auf seine Karriere an: „Tot ist er ja nun noch nicht.“ Bekannt für seine deftigen Äußerungen ist Borris Brandt. Er war Ende der 90er kurzzeitig Programmdirektor bei ProSieben und gab grünes Licht für die Pilotproduktion von „TV Total“. Auch für ihn ist der Abschied Raabs mehr Auszeit als Ruhestand. In seinen Worten: „Die dicksten Eier der Branche machen Pause - weil sie schlau sind und leer! Ich wünsche mir ihn wieder so zu sehen wie damals: immer nach vorne, laut, lachend, mit funkelnden Augen und Spaß am Balancieren auf der Klinge. Das gab es zuletzt letztes Jahr als er live aus New York auf Sendung war.“ Frank Buschmann war gestern Abend noch für Aufzeichnungen von „Schlag den Star“ mit Stefan Raab im Studio. Als Stimme aus dem Off insbesondere aus „Schlag den Raab“ begleitete auch er den Entertainer in den letzten Jahren.

Via Facebook teilte er in der Nacht mit: „Es ist das Jahr der Veränderungen! Ende 2015 ist Schluss mit den Raab Geschichten. Stefan hört auf. Für mich gehen 8 aufregende Jahre im Unterhaltungs TV zu Ende. Es war eine geile Zeit! Danke an das ganze Team, das diesen Wahnsinn gestaltet hat. Wir haben 4 Schlag den Star Folgen im Kasten und im Herbst und Winter 2015 läuft alles ganz normal! Dann war es das. Ich werde diese Zeit nie vergessen und in den nächsten Monaten in Ruhe entscheiden, was ich mache! Stefans Entscheidung kann ich verstehen. Was der Kerl alles gemacht und bewegt hat! Wahnsinn!“ Später ergänzte er mit Bezug auf Raab noch: „Er hat so viel im TV geleistet, hat sich Dinge getraut, hat polarisiert und die Leute beschäftigt. Jetzt möchte er vielleicht einfach was ganz anderes machen. Wenige Menschen haben im TV so viel bewegt. Er hat das Recht, an sich zu denken!“

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