Big Brother © sixx
Der große Wurf blieb aus

Sixx plant keine weitere Staffel von "Big Brother"

 

Es sollte der große Wurf werden, doch davon war über weite Strecken der nun zu Ende gegangenen "Big Brother"-Staffel nicht viel zu spüren. Bei Sixx gibt man sich zwar zufrieden - eine Fortsetzung der Realityshow ist allerdings derzeit nicht geplant.

von Alexander Krei
23.12.2015 - 00:30 Uhr

Es war ein spannendes Experiment für Sixx - und ein teures zugleich. Nach elf Staffeln und mehreren Jahren Pause wechselte "Big Brother" von RTL II zum kleinen Frauensender von ProSiebenSat.1, wo man im Vorfeld durchaus große Erwartungen formulierte. "Das ist die größte und aufwändigste Eigenproduktion, die Sixx je gemacht hat", ließ sich Senderchefin Christina Kuby im Mai zitieren. "Es geht uns dabei um Wachstum. Wachstum in der Wahrnehmung und Wachstum bei den Marktanteilen. Dafür braucht es einen großen Wurf. Ich bin überzeugt davon, dass 'Big Brother' dieser große Wurf für uns ist."

Rückblickend betrachtet war die Realityshow genau das allerdings nicht, auch wenn Kuby sich nun "absolut zufrieden" mit der Staffel zeigte. "Wir lagen mit der gesamten Staffel über Senderschnitt, das ist eine gute Leistung", sagte sie im Vorfeld der Finalshow, die am Dienstagabend über die Bühne ging. Angesichts eines durchschnittlichen Marktanteils von 1,8 Prozent, den die am späten Abend ausgestrahlten Tageszusammenfassungen in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen verzeichneten, bewegte sich "Big Brother" zwar wie erhofft unterm Strich im grünen Bereich - als großen Wurf wird man diese Zahlen aber auch in Unterföhring kaum werten.

So erklärt sich auch, weshalb Sixx eine Fortsetzung des Projekts einstweilen zu den Akten legen wird. "Aktuell ist keine weitere Staffel 'Big Brother' auf Sixx geplant", bestätigte Sendersprecherin Sandra Scholz im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de, betonte allerdings, dass es die Verlängerung von "Promi Big Brother" auf Sixx auch im kommenden Jahr auf jeden Fall geben soll. Mit Blick auf die reguläre Staffel, an der sich der Sender zusammen mit den Endemol-Experten um Rainer Laux seit Ende September versuchte, blieb der große Durchbruch in vielerlei Hinsicht jedoch aus, wenngleich man sich offiziell glückselig auf die Schultern klopft.

"Die Staffel hat uns viel Spaß gemacht - angefangen bei der Love-Story von 'Shavin' über den Besuch von Pamela Anderson bis hin zu vielen emotionalen, lustigen oder verrückten Momenten zwischen den Bewohnern im Haus", heißt es von Seiten des Senders. Und doch ist es nicht gelungen, das zum Staffel-Auftakt durchaus große Interesse aufrechtzuerhalten. Mit fast 800.000 Zuschauern und einem Marktanteil von vier Prozent in der Zielgruppe gestartet, war man recht schnell bei nur noch einem Prozent angekommen - und lag zwischenzeitlich sogar einige Male unterhalb dieser Marke. Immerhin waren seit Mitte November zumindest mehr als zwei Prozent Marktanteil im Wochenschnitt drin.

Langzeittrend: Big Brother

Big Brother

Um eine weitere Staffel in Aussicht zu stellen, war allerdings auch das ganz offensichtlich zu wenig. Noch dazu blieb auch die erhoffte Wahrnehmung in den Medien weitgehend aus, sieht man mal von vereinzelten Schlagzeilchen oder der Berichterstattung bei "Promiflash" sowie einigen regionalen Blättern ab. Was lief also falsch bei "Big Brother"? An der Auswahl der Kandidaten soll es angeblich nicht gelegen haben - auch wenn es schon zum Auftakt reichlich kurios wirkte, dass sich viele von ihnen bereits kannten. Auf die Frage, was bei deren Auswahl schiefgelaufen sei, lässt Sixx ausrichten: "Nichts. Im Zeitalter von Facebook, YouTube und Co. ist es normal, dass man vielen Menschen virtuell schon mal irgendwie irgendwo begegnet ist."

Weitere Begegnungen im "Big Brother"-Haus sind bei Sixx nun also erst mal nicht vorgesehen. Mutig war der Versuch, die Show noch einmal wiederzubeleben, aber ganz sicher, zumal der kleine Sender in den zurückliegenden Wochen eine handwerklich saubere Produktion ausstrahlte. Und doch ist der Funke zwischen "Big Brother" und den Zuschauern nur bedingt übergesprungen. Für den großen Wurf wird also wohl künftig ein anderes Format sorgen müssen.

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