Eurovision Song Contest © EBU
Auszeichnung für Musikshow

"Wir-Gefühl": ESC wird mit Karlsmedaille geehrt

 

Der Eurovision Song Contest wird in diesem Jahr die Karlsmedaille für europäische Medien erhalten. Durch die Musikshow erhielten Zuschauer für einen Abend eine Vorstellung darüber, welche Möglichkeiten ein vereintes Europa haben könnte.

von Alexander Krei
08.03.2016 - 14:28 Uhr

Ob Reporter ohne Grenzen, der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen oder der Produzent und Rechtehändler Jan Mojto: Sie alle eint, die Karlsmedaille für europäische Medien erhalten zu haben. Geehrt werden damit seit dem Jahr 2000 im Vorfeld der Karlspreis-Feierlichkeiten eine europäische Persönlichkeit oder Institution, die sich auf dem Gebiet der Medien in besonderer Weise um den Prozess der europäischen Einigung und um die Herausbildung einer europäischen Identität verdient gemacht hat. In diesem Jahr wird nun auch der Eurovision Song Contest mit der "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens" ausgezeichnet.

"Nur selten erhalten wir Bürgerinnen und Bürger Europas die Möglichkeit, uns über die Grenzen hinweg miteinander verbunden zu fühlen. Der Eurovision Song Contest stellt eine solche Gelegenheit dar", sagte Michel Kayser, Vorsitzender des Vereins "Médaille Charlemagne". "Durch die Präsentation der einzelnen Teilnehmerländer rücken diese dem Zuschauer näher und werden greifbar. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erhalten für einen Abend eine Vorstellung darüber, welche Möglichkeiten ein vereintes Europa tatsächlich haben könnte." Der Eurovision Song Contest stelle eine Basis dar, auf der Bindungen zwischen den einzelnen Nationen hergestellt werden, betonte Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums. "Aufgrund der gemeinsamen Vorliebe für Musik feiern Millionen von Menschen zusammen eine Idee, an deren Ende ein Siegerlied gekürt wird, nationale Interessen und Unterschiede treten in den Hintergrund und Gemeinsamkeiten in den Vordergrund."

Aachens Bürgermeister Marcel  Philipp sieht in der Auszeichnung auch ein Zeichen gegen den derzeitigen Trend: "Viele Regierungen kehren der europäischen Idee momentan den Rücken und verfallen wieder in nationale Denk- und Verhaltensmuster. In solchen Zeiten ist es extrem wichtig, unserem Haus Europa die notwendige Unterstützung zu bieten und auch dafür einzustehen. Das kann jedoch nur aus dem Gefühl heraus erfolgen, dass wir alle Europäer sind. Der Eurovision Song Contest fördert dieses Wir-Gefühl, weil er neben der Musik die einzelnen Länder Europas und ihre Bürger in den Fokus rückt. Eine bessere Gelegenheit, unsere Nachbarn näher kennen zu lernen, gibt es selten."

Verliehen wird der Preis in diesem Jahr am 28. April in Aachen. Die Auszeichnung wird Ingrid Deltenre, Generaldirektorin der European Broadcasting Union, entgegennehmen. Die Laudatio hält das frühere ABBA-Mitglied Björn Kristian Ulvaeus. Auch die Schlagersängerin Nicole, die Grand Prix in den 80ern für Deutschland gewonnen hatte, wird an der Preisverleihung teilnehmen.

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