Böhmermann verliest Schmähgedicht © Screenshot ZDFneo
Böhmermann-Gedicht zurück aus dem Giftschrank?

Brief des ZDF-Redakteursausschusses im Wortlaut

 

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Die Reaktion des ZDF

In seinem Intranet hat sich inzwischen das ZDF noch einmal ausführlicher zur Forderung des Redakteursausschusses geäußert. Auch diese Reaktionen, die dem Medienmagazin DWDL.de vorliegt, veröffentlichen wir nun im Wortlaut:

"Der Redakteursausschuss hat sich in einem Rundschreiben dafür ausgesprochen, das umstrittene 'Schmähgedicht' von Jan Böhmermann wieder in die Mediathek einzustellen. Dazu haben der Intendant und der Programmdirektor erklärt, dass man diese Auffassung haben könne, das ZDF aber aus guten Gründen bei der Entscheidung vom 1. April bleiben werde.

Der Programmdirektor hat den Beitrag aus der Sendung 'Neo Magazin Royale' am Tag nach der Ausstrahlung aus der Mediathek genommen und der Verbreitung im Netz genommen. Er tat dies im Rahmen seiner Verantwortung für das Programm, weil die Passage nicht den Qualitätsansprüchen und den Regularien entspricht, die das ZDF an seine Programme knüpft. Die Entscheidung erfolgte ohne Druck von außen und bevor die öffentliche Debatte begonnen hatte.

Die Entscheidung hat im Übrigen auch keinen Einfluss auf die Satire-Sendungen des ZDF. Auch das hat der Intendant klar zum Ausdruck gebracht. Die Redaktion macht eine sehr gute Arbeit. Das beweist sie Woche für Woche mit der 'heute show', 'Die Anstalt', 'Mann, Sieber', und auch seit drei Jahren mit dem 'Neo Magazin Royale'.

Unabhängig davon, ob die Bundesregierung dem Ersuchen des türkischen Staatspräsidenten Erdogan an die Bundesregierung entspricht oder nicht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer gerichtlichen Prüfung des Straffalls kommt, in dieser Woche gestiegen. Grund dafür ist die Strafanzeige, die Erdogan selbst erstattet hat. Die Geschäftsleitung hat betont, dass sie einem möglichen Verfahren gelassen entgegen sieht.

Zu der Sendung sind auch zahlreiche Programmbeschwerden eingegangen. Ein Teil davon richtet sich gegen die Ausstrahlung des Beitrags, ein anderer gegen dessen nachträgliche Löschung. Als zuständiges Gremium für Programmbeschwerden wird sich der Fernsehrat in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen."

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