Olympia © ARD/Digital/RIA Novosti/A. Filippov
Hans-Joachim Strauch über Olympia

ZDF-Werbechef: "Discovery muss auf die Schnauze fallen"

 

Mit verschiedenen Anstalten hat sich Discovery bereits über Olympia-Sublizenzen geeinigt, nicht aber mit ARD und ZDF – und geht es nach Hans-Joachim Strauch, soll dies auch so bleiben. Der Chef des ZDF-Werbefernsehens teilt ordentlich gegen Discovery aus.

von Marcel Pohlig
26.06.2016 - 11:57 Uhr

Im August starten die Olympischen Sommerspiele in Rio, noch einmal dürfen ARD und ZDF umfangreich über die Spiele in ihrem Programm live berichten. Ob die öffentlich-rechtlichen Anstalten auch in den kommenden Jahren noch Olympia übertragen werden, ist dabei noch immer nicht entschieden. Zwar hat sich der neue Rechteinhaber Discovery international bereits mit verschiedenen Anstalten wie der BBC in Großbritannien und dem österreichischen ORF geeinigt, doch mit ARD und ZDF wurde bislang kein Abschluss erzielt. Zuletzt berichtete das "Manager-Magazin", dass die Verhandlungen zwischen Discovery und den Öffentlich-Rechtlichen "festgefahren" seien. Die Vorstellungen gehen offenbar weit auseinander.

Tragisch findet der Chef des ZDF-Werbefernsehens dies augenscheinlich nicht. Von den Kollegen der "W&V" gefragt, ob das ZDF mit dem neuen Lizenzinhaber Discovery ins Geschäft komme, formuliert Hans-Joachim Strauch deutlich seinen Wunsch: "Ich hoffe nicht, denn Olympia wird jetzt gnadenlos kommerzialisiert. Der Rechteinhaber wollte das doppelte Geld haben, und Discovery muss jetzt zusehen, das zu kapitalisieren". "Ich denke, diese Entscheidung wird dem Sport richtig schaden", meint Strauch und erklärt weiter: "So ein kleiner Sender wie Eurosport wird sich die Rosinen rauspicken, und der Rest wird nicht stattfinden. Unsere Zuschauer sind ja nicht lauter Sportfreaks, sondern Menschen, die einschalten, weil sie sonst nur Schrott angeboten bekommen zu diesen Tageszeiten".

Dass es von Discovery ein entsprechendes Angebot gibt, zu dem Zuschauer vor „Schrott“ fliehen können, glaubt Strauch offensichtlich nicht. "Discovery wird nichts investieren, schon gleich nicht in den Journalismus, das wird ein Totentanz werden", ist sich der Chef des ZDF-Werbefernsehens sicher. "Meiner Meinung nach müssen die auf die Schnauze fallen, damit wir beim nächsten Mal die Chance haben, wieder dranzukommen", urteilt Strauch.

Bei Discovery wird man wohl dennoch entspannt auf Strauchs Worte reagieren, auch wenn sie eine Verhandlung mit den Öffentlich-Rechtlichen nicht leichter machen dürften. Auf ARD und ZDF ist Discovery aber ohnehin nicht angewiesen. Schon nach dem Erwerb der Rechte versprach Deutschland-Chefin Susanne Aigner-Drews, dass man die Free-TV-Bilder "entweder über unsere eigenen Sender oder aber auch in Partnerschaft mit einem anderen TV-Anbieter" zeigen werde. Dabei muss es sich schließlich nicht zwingend um ARD und ZDF handeln – und auch das eigene Portfolio ist größer als nur Eurosport 1. Einer ungleich schwereren Refinanzierung der Kosten stünde bei einem Verzicht auf einen großen Partner außerdem eine enorme Aufwertung der Marke Eurosport gegenüber.

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