Gladbeck © ARD Degeto/Ziegler Film/Martin Menke
Rechtsstreit und Recherche

ARD: Geiseldrama "Gladbeck" wird nun verfilmt

 

Über zwei Jahre nach der Ankündigung sind die Dreharbeiten für die Verfilmung des Geiseldramas von Gladbeck gestartet. Im Vorfeld hatte einer der Geiselnehmer die Produktion verhindern wollen. Nun steht dem Dreh nichts im Wege.

von Kevin Hennings
18.07.2016 - 15:29 Uhr

Im August 1988 kam es in Gladbeck zu einem Banküberfall mit anschließender Geiselnahme, in der Journalisten eine große und vor allem tragische Rolle gespielt haben. Anstatt die Polizei ihre Arbeit machen zu lassen, mischten sie sich kontrovers ins Geschehen ein. Die ARD will diese bis heute denkwürdigen Ereignisse jetzt verfilmen, nachdem das Projekt bereits Anfang 2014 angekündigt worden war (DWDL.de berichtete). Die Dreharbeiten des Zweiteilers, für den noch kein Ausstrahlungstermin feststeht, haben inzwischen jedenfalls begonnen.

Grund für den langen Zeitraum zwischen Ankündigung und Drehstart seien unter anderem eine Klage des Geiselnehmers Hans-Jürgen Rösner und langwierige Nachforschungen gewesen. Zwei Journalisten nahmen sich der Aufgabe an, den Fall noch einmal von Grund auf zu recherchieren, damit Autor Holger Karsten Schmidt die Erkenntnisse für sein Drehbuch nutzen kann. Für den Fernsehfilm stehen unter anderem die Schauspieler Zsa Zsa Inci Bürkle, Sascha A. Gersak, Arnd Klawitter, Ulrich Noethen, Alexander Scheer und Martin Wuttke vor der Kamera von Armin Franzen.

Im Mittelpunkt sollen nicht die eigentlichen Geiselnehmer stehen, sondern die Medien und die Frage, wie sie mit dem Fall umgegangen sind - denn nur durch diese wurden die Täter zu wahren Medienstars, die letztlich für den Tod von drei Menschen verantwortlich sind. Mit dem Gladbecker Geiseldrama kam es das erste Mal dazu, dass solch ein Verbrechen von Journalisten in Echtzeit dokumentiert wurde. In der Hoffnung auf eine große Story verloren sie damals jegliche Distanz zu den Leidtragenden. Unter permanenter öffentlicher Beobachtung traf die Polizei in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bremen, die auf dieses spektakuläre Verbrechen nicht vorbereitet war, zudem eine Reihe von schwerwiegenden Fehlentscheidungen.

Der Zweiteiler "Gladbeck" möchte die Ereignisse des Sommers 1988 aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen und eine Verkettung von Umständen zeigen, die für eine einprägende Tragödie gesorgt haben, heißt es von Seiten der Filmemacher. 1998 wurde das Ereignis unter dem Titel "Wettlauf mit dem Tod" schon einmal verfilmt. "Gladbeck" ist eine Produktion von Ziegler Film in Koproduktion mit ARD Degeto und Radio Bremen für Das Erste. 

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