Watchever © Watchever
Erstes Opfer am SVoD-Markt

Offiziell: Watchever macht Ende des Jahres dicht

 

Bislang hat Vivendi sich nicht zur Zukunft von Watchever geäußert, obwohl es bereits mehrere Berichte über das Aus der Plattform gab. Nun ist klar: Ende des Jahres zieht der Medienkonzern die Reißleine, Watchever geht dann offline.

von Timo Niemeier
14.11.2016 - 19:00 Uhr

Bereits im Juli dieses Jahres hat das Medienmagazin DWDL.de über die Pläne des französischen Medienkonzerns Vivendi berichtet, das SVoD-Portal Watchever zu schließen. Auch die französische Finanzzeitung "Les Echos" berichtete damals groß. Vivdeni war damals nur ein schmallippiges "Kein Kommentar" zu entlocken. Nun, mehr als drei Monate nach den ersten Berichten, bestätigt der Konzern das Aus für die Plattform. Noch bis zum 31. Dezember kann das Angebot genutzt werden.


Watchever gab das Aus selbst auf der eigenen Facebook-Seite bekannt und bedankte sich für die Treue der verbliebenen Nutzer. Neuregistrierungen sind ab sofort nicht mehr möglich. Watchever ist damit der erste größere SVoD-Dienst, der aufgrund der übermächtigen Konkurrenz von Amazon und Netflix die Segeln streichen muss. 2013 war Watchever mit Pauken und Trompeten in den deutschen Markt gestartet, aber auch eine großangelegte Werbekampagne mit Til Schweiger konnte nicht genügend Nutzer anziehen.

In den vergangenen Jahren häufte Watchever Millionenverluste an, diese wollte der Mutterkonzern Vivendi nun ganz offensichtlich nicht mehr tragen. Dabei hieß es noch im April, man wolle der Marktmacht von Netflix etwas entgegensetzen. Eine lange angekündigte, eigenproduzierte Dramaserie wurde nie realisiert. Und so scheiterte Watchever schließlich auch daran, was Netflix und Amazon derzeit die größten Erfolge beschert: eigene, hochwertige Inhalte.


Im Juli hieß es noch, dass das Entwicklungsteam von Watchever an Bord bleiben soll. Dieses sitzt in Paris und Marseille, Vivendi hielt sich einen Neustart unter einem anderen Namen offen. Ein möglicher neuer Versuch auf dem SVoD-Markt würde sich aber wohl voraussichtlich auf Frankreich beschränken, das bestätigte ein Insider bereits damals gegenüber DWDL.de.

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