Anke Schäferkordt © RTL
Schäferkordt erklärt Entscheidung

"Ein 'Weiter-so' können wir uns nicht erlauben"

 

Angesichts des starken Wettbewerbs und des Medienwandels benötigten beide CEO-Posten - also bei RTL Group und Mediengruppe RTL Deutschland - volle Aufmerksamkeit, begründet Anke Schäferkordt in einem Interview ihre Entscheidung.

von Uwe Mantel
08.03.2017 - 14:11 Uhr

Am Mittwoch überraschte Anke Schäferkordt die Branche mit der Ankündigung, auf den Posten als Co-CEO der RTL Group zu verzichten und sich stattdessen auf die Führung der Mediengruppe RTL Deutschland und ihren Sitz im Bertelsmann-Vorstand konzentrieren zu wollen. In einem von der RTL Group verbreiteten Interview erklärt sie ihre Entscheidung mit der hohen Arbeitsbelastung, die die beiden CEO-Posten bislang mit sich gebracht haben. "Natürlich war dies für mich eine ausgesprochen intensive Konstellation - denn zu den vielen Vorstands- und Aufsichtsratsterminen und weiteren Gremiensitzungen bei der RTL Group und Bertelsmann gehört ja jeweils eine umfassende Vorbereitung. Und wer mich kennt, weiß: Ich bereite mich stets sehr gründlich auf Termine vor."

Fünf Jahre sei für eine solche Doppel-CEO-Konstellation schon eine "ausgesprochen lange Zeit". In der Tat ist zumindest auf den ersten Blick weniger verwunderlich, dass Schäferkordt sich auf einen der beiden CEO-Posten konzentrieren will, sondern dass sie auf den nominell höheren verzichtet. Sie habe versucht, die Situation mit "professioneller Distanz" und "unabhängig von der externen Wahrnehmung von Titeln und Positionen" zu analysieren, so Schäferkordt. Zur Mediengruppe RTL Deutschland, die sie seit elf Jahren führt, habe sie eine "ausgesprochen starke Bindung". An der Spitze der RTL Group steht sie seit fünf Jahren.

Dass die beiden CEO-Posten personell getrennt werden müssten, liege am "schnellen Wandel und dem intensiven Wettbewerb in der Branche", weshalb beide Posten die volle Aufmerksamkeit fordern würden. "Unser Geschäft wird noch einmal schneller, komplexer und zunehmend technologiegetrieben. Ein 'Weiter-so' können wir uns in diesem dynamischen Umfeld nicht erlauben", so Schäferkordt.

Am genrell eingeschlagenen Weg soll sich bei der Mediengruppe Deutschland aber nichts ändern: "Wir werden unseren Kurs konsequent fortsetzen, auf Inhalte zu setzen, die es exklusiv nur bei uns gibt, und zwar in allen Genres." Als Wachstums-Feld hat man dabei aber auch bei der RTL Group vor allem die non-linearen Angebote ausgemacht, bei denen man "sehr deutlich" zulegen wolle. Die RTL Group unterdessen könne sich nun noch stärker auf die Expansion des Konzerns konzentrieren. "Hier gibt es mit den Schwerpunkten Content und Digital vor allem im internationalen Bereich zahlreiche Möglichkeiten."

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