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Individuelle Versionen

"Glokale News": Neues Konzept für Euronews

 

Der Nachrichtensender Euronews bietet zwar seit seiner Gründung 1993 in vielen unterschiedlichen Sprachen, bislang sehen aber alle das gleiche Bild. Nun ändert sich das: Künftig kann jede Sprachversion die Inhalte individuell anpassen.

von Uwe Mantel
10.05.2017 - 13:40 Uhr

Der paneuropäische Nachrichtensender Euronews stellt sich neu auf: Das bisherige Multiplexverfahren, das seit der Gründung des Senders 1993 zum Einsatz kam und bedeutete, dass es ein einziges Videosignal in mehreren Sprachen gab, wird aufgegeben und durch zwölf in eigener Benennung "Premium-Ausgaben" auf mehreren Plattformen ersetzt. Diese unterschiedlichen Sprach-Ausgaben können ihre Nachrichten künftig individueller anpasen.

Zum Einen gibt es gemeinsame internationale News, die in allen Ausgaben zu sehen sind - etwa wann es um europäische und welteite Ereignisse geht. Neben Politik sind auch Wirtschaft, Sport, Ultur, Wissenschaft und Technik integraler Bestandteil der Nachrichten. Dazu kommen dann spezielle thematische Schwerpunktsendungen, die auf das jeweilige Land zugeschnitten sein sollen. Diese Themen stehen allerdings wiederum auch den anderen Ausgaben zur Verfügung und können dort eingesetzt werden - Ziel ist es nämlich, unterschiedliche Ansichten gegenüberzustellen, also nicht nur eine Sichtweise zu präsentieren. In jedem Fall wolle man nicht zu einem lokalen Nachrichtendienst werden, vielmehr versteht man sich als "glokales Angebot" - eine Mischung aus global und lokal also.

"Da wir in einer überinformierten Welt leben, die durch eine Flut von Inhalten und Meinungen gespeist wird, ist Euronews davon überzeugt, dass die Darstellung der Vielfalt der Ansichten die beste Lösung für eine ausgewogene Berichterstattung ist. Bei der derzeitigen Stimmung halten wir es für wichtiger denn je, dass unser Publikum sich seine eigene Meinung bilden kann. Unser Ziel bei Euronews ist es, die Menschen zum eigenen Nachdenken zu bewegen statt ihnen eine einseitige Sicht aufzudrängen", erklärt CEO Michael Peters. Letztlich wolle man damit gegen Hetze und die "postfaktische Ära" ankämpfen.

Zu empfangen sein werden die zwölf unterschiedlichen Versionen auf unterschiedlichen Wegen. Englisch, Französisch, Griechisch, Ungarisch, Italienisch und Russisch gibt's Euronews sowohl via Satellit und über IPTV. Die deutsche Version wird ebenso wie die portugiesische, spanische und türkische nur über IPTV verbreitet. Arabisch und Persisch gibt's Euronews nur online. Ab 2018 soll auch in Nord- und Südamerika Euronews über IP-Netze verfügbar sein. Im Rahmen des neuen Konzepts startet man auch weitere Webseiten zu bestimmten Themen. unter www.livingit.euronews.com etwa geht's um den Bereich Luxus.

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