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Programmscreening 2017/18

ProSieben: Mit Show & Reality gegen die Serienflaute

 

Henssler wird tatsächlich der neue Raab, Joko und Klaas bekommen künftig getrennt voneinander eigene Shows, die Reportage-Reihe "Uncovered" rückt in die Primetime und ähnlich wie RTL will nun auch ProSieben Menschen an ihre sportlichen Grenzen führen. Die Pläne für 2017/18

von Uwe Mantel
21.06.2017 - 13:05 Uhr

Die letzten Monate haben sich für ProSieben nicht besonders gut entwickelt - der Marktanteil liegt inzwischen regelmäßig im einstelligen Bereich unter der 10-Prozent-Marke - was vor allem auch daran liegt, dass auf die US-Ware inzwischen kaum noch Verlass ist. In der Vorstellung der Programmpläne für das kommende Jahr, nahm diese daher auch den kleinsten Teil ein. Hoffnungen setzt man natürlich auf das "Big-Bang-Theory"-Spinoff "Young Sheldon", die Neuauflage der Sitcom "Will & Grace" will man ebenso zeigen, "Pure Genius" steht schon in den Startlöchern, dazu kommt noch "The Resident". Ansonsten , bleibt ohnehin erstmal abwarten, was von den neuen US-Serien im Herbst überhaupt funktioniert - und selbst das ist bekanntlich längst keine Garantie mehr für einen Erfolg in Deutschland, siehe "This is us" als neuestes, warnendes Beispiel.

Auch ProSieben muss sich sich daher zunehmend wieder auf eigene Produktionen verlassen. Eigenproduzierte Fiction bleibt dabei mit der zweiten Staffel von "Jerks." weiter die Ausnahme, stattdessen sollen es beispielsweise neue Shows richten. Schon in der vergangenen Woche ist durchgesickert, dass "Schlag den Star" mit wechselnder Besetzung in der großen Live-Version bald schon wieder Geschichte ist. Stattdessen tritt Steffen Henssler in Raabs Fußstapfen und tritt künftig wieder als fester Gastgeber an - und zwar nun auch wieder gegen "Normalos" als Kandidaten, es gibt also keine Promi-Duells mehr. Wie bei Raab werden am Anfang der Sendung mehrere mögliche Herausforderer vorgestellt, aus denen das Publikum dann einen auswählen darf. Die erste Ausgabe ist schon für den 2. September geplant.

ProSieben-Chef Daniel Rosemann erläutert dazu: "Unsere Zuschauer haben in den letzten beiden Jahren immer wieder den Wunsch an uns herangetragen, dass sie gerne sehen wollen, wie ein Zuschauer dieses härteste aller Duelle im TV gegen einen Prominenten spielt. Dazu braucht man einen sympathischen und zugleich willensstarken Spieler, der sich jeder Herausforderung stellt. Steffen Henssler hat all das und diesen besonderen, bedingungslosen Ehrgeiz, um in dieser Show bestehen zu können. Er will um jeden Preis gewinnen."

An anderer Stelle gibt es einen anderen inoffiziellen Nachfolger für Stefan Raab: Kümmerte sich vor den letzten Wahlen noch Raab darum, dem ProSieben-Publikum politische Themen auf unterhaltsame Weise näherzubringen - etwa mit der "TV Total Bundestagswahl" - so fällt diese Aufgabe nun Klaas Heufer-Umlauf zu. Im Vorfeld der Wahl trifft Klaas in seiner neuen Sendung "Ein Mann, eine Wahl" (Arbeitstitel) auf Deutschlands Spitzenpolitiker. Und das wird nicht das einzige Format bleiben, in dem Klaas künftig ohne seinen zuletzt untrennbar mit ihm verbundenen Gegenpart Joko Winterscheidt zu sehen sein wird. Für 2018 ist eine neue Show-Reihe allein mit Klaas als Moderator geplant, die dann wöchentlich kommen soll - mehr Details dazu nannte ProSieben noch nicht.

Im Gegenzug geht auch Joko eigene Wege. Seine neue Show soll schon im Herbst starten hört auf den Arbeitstitel: "Dabei sein ist teuer" - eine Auskopplung aus der "Besten Show der Welt" "Gemeinsam haben Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit und auf ProSieben schon TV-Geschichte geschrieben. Das wollen wir in den nächsten Jahren genauso weitermachen: Joko & Klaas werden gemeinsam große Shows am Samstag feiern. Und sie werden beide auf ProSieben eigene Wege gehen", so Rosemann. Die gemeinsamen Reihen "Beste Show der Welt" und "Duell um die Welt" gehen weiter. Von letzterem gibt es anders als zunächst befürchtet im Herbst nicht nur eine, sondern zwei neue Ausgaben, womit man allerdings immer noch unter der einstigen Schlagzahl von drei Ausgaben pro Saison bleibt. Fortgesetzt wird natürlich auch "The Voice" und "Germany's Next Topmodel", eine Neuauflage gibt's von der "Promi-Darts-WM"

Neben den klassischen Shows will ProSieben die Lücke, die die wenig erfolgreiche US-Ware reißt, unter anderem mit Reality füllen. Rosemann: "Reality-Shows werden für ProSieben wichtiger. Mit ‚Get the F*ck out of my House‘ zeigen wir das spannendste Programm der MIPCOM 2016." 100 Menschen ziehen darin in ein Einfamilienhaus - das natürlich bei Weitem nicht genug Platz bietet. Wer am längsten aushält, gewinnt 100.000 Euro. Moderiert wird das Format von Thore Schölermann und Jana Kilka - auch privat übrigens ein Paar. Große Stücke hält man auch auf die Datingshow "Kiss Bang Love" mit dem besonderen Element des "Blind Kissings". ProSieben befördert sie in die Primetime. Und dann will künftig auch ProSieben sportliche Höchstleistungen von seinen Kandidaten sehen: In der neuen Show "Das große ProSieben Cross-Race" gelte es einen Hindernis-Lauf zu bewältigen, der auch sportliche Promis und Normalos an deren Grenzen führen soll - der Erfolg von "Ninja Warrior" stand hier wohl nicht zuletzt Pate.

Während all das vor allem auf Unterhaltung abzielt, hat ProSieben schon im vergangenen Sommer mit seiner "Wissensoffensive" in den warmen Monaten bewiesen, dass gewillt ist, sich auch ernsteren Themen zu widmen. Und dieses Jahr geht man sogar noch einen Schritt weiter: Die Reportage-Reihe "Uncovered" mit Thilo Mischke wird in die Primetime vorgezogen und läuft ab dem 24. Juli montags bereits um 21:15 Uhr. Im Anschluss daran präsentiert Aiman Abdallah wieder "10 Fakten". Neben der Fortsetzung von "Inside" mit Stefan Gödde gibt's auch noch ein neues Format: "Maike macht's". Maike Greine entführt darin in andere Lebenswelten, indem sie quasi in das Leben anderer Menschen einzieht. Neu ist zudem das Format "First 48 Hours"

Trotz der verstärkten Anstrengungen im Bereich Eigenproduktion wird man bei ProSieben aber auch darauf hoffen, endlich aus den USA wieder erfolgreichen Serien-Nachschub zu bekommen. Denn mehr als bei jedem anderen Sender gehört US-Ware bei ProSieben fest mit zum Markenkern. Daran kann auch mehr Eigenproduziertes nur bedingt etwas ändern.

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