Sky © Sky
Entscheidung erst 2018?

Sky-Übernahme durch Fox verzögert sich immer weiter

 

Die britische Regierung hat wie zuletzt erwartet angekündigt, die geplante Übernahme von Sky durch 21st Century Fox durch die Wettbewerbsbehörden prüfen zu lassen. Das kann bis zu sechs Monate dauern - und für Fox richtig teuer werden.

von Uwe Mantel
12.09.2017 - 20:38 Uhr

Im Dezember vergangenen Jahres kündigte Rupert Murdochs Konzern 21st Century Fox an, auch die übrigen 61 Prozent der Anteile am europäischen Pay-TV-Konzern Sky plc. für rund 14 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Es war der zweite Anlauf, nachdem Murdoch fünf Jahre zuvor im Rahmen des Telefon-Hacking-Skandals bei einem seiner Blätter in Großbritannien einen Rückzieher machen musste.

Zwar war von vornherein klar, dass dieses Vorhaben gründliche Prüfungen von Medien- und Wettbewerbshütern nach sich ziehen würde - doch 21st Century Fox zeigte sich sicher, dass der Deal im Lauf des Jahres 2017 vollzogen werden könnte und stellte andernfalls eine Sonderzahlung von 10 Pence pro Sky-Aktie an Sky-Aktionäre in Aussicht. Nun sieht es ganz danach aus, als könnte diese Zahlung in Höhe von umgerechnet insgesamt fast 190 Millionen Euro tatsächlich fällig werden.

Die britische Kultur-Ministerin hat gegenüber dem britischen Parlament nun nämlich angekündigt, dass sie plane, das Übernahmeangebot nochmal von der britischen Wettbewerbsbehörde prüfen zu lassen, sowohl hinsichtlich der Medien-Pluralität als auch hinsichtlich der Verpflichtung, sich an die Broadcasting-Standards zu halten. Dass es gleich zwei Prüf-Gründe gibt, kommt dabei durchaus überraschend, bislang hatte man allenfalls eine Prüfung erwartet, ob die Vielfalt auf dem britischen Medienmarkt auch nach einer Übernahme gegeben wäre.

Problematisch ist das vor allem, weil diese Prüfung bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen könnte - und beim Blick auf den Kalender somit schnell klar wird, dass die Entscheidung sich somit bis ins Jahr 2018 verzögern könnte. Die Unternehmen haben nun noch zehn Tage Zeit, sich zu den Plänen zu äußern - dass 21st Century Fox in dieser Zeit die Prüfung komplett verhindern kann, ist aber äußerst unwahrscheinlich. Die Fox-Führung James und Lachlan Murdoch äußerten sich dementsprechend auch enttäuscht. Die Ankündigung würde nahelegen, dass Großbritannien doch nicht so offen für Geschäfte sei, wie man das immer behaupte.

Teilen

Kommentare zum Artikel

Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport zum Sports-Update Dienstags: Neuigkeiten aus der Welt der Vermarkter und Agenturen zum Media-Update Mittwochs: Very british: Die News der Woche aus dem Vereinigten Königreich zum UK-Update Donnerstags: Die aktuellen Radio-Meldungen präsentiert von der WDR mediagroup. zum Radio-Update Freitags: Die wichtigsten Nachrichten aus der US-Fernseh-Branche zum US-Update Samstags: Ulrike Klode schreibt, was sie in ihrer Serienwoche bewegt hat zu Meine Woche in Serie Sonntags: Fernsehkritiker Hans Hoff über Aufreger und Programmperlen zum Hoff zum Sonntag
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten: