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Grimme-Preis © Grimme-Institut
Alle Nominierungen für den 54. Grimme-Preis

Grimme-Nominierungen: Privatsender stärker vertreten

 

Die Nominierungen für den Grimme-Preis liegen vor und es fällt auf, dass die Privatsender in diesem Jahr deutlich stärker vertreten sind - und zwar nicht nur in der Unterhaltung. Sogar Netflix darf erstmals auf eine Auszeichnung hoffen.

von Alexander Krei
17.01.2018 - 10:59 Uhr

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In zehn Tagen nehmen die Jurys in Marl ihre Arbeit auf, um die Gewinner von bis zu 16 Grimme-Preisen zu bestimmen. Sie werden dabei auf eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Produktionen von Privatsendern stoßen - zwar stellen die Öffentlich-Rechtlichen auch diesmal wieder mit Abstand meisten der 70 Nominierten, doch an immerhin zehn Formaten sind die Privaten beteiligt, wenn man die Rolle von Sky an der zusammen mit der ARD realisierten Mammut-Serie "Babylon Berlin" einzeln betrachtet. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Zahl somit glatt verdoppelt. Besonders beachtlich ist dabei die Tatsache, dass den Privaten nicht nur Preise in der Unterhaltungs-Kategorie winken, sondern auch in den Bereichen Fiktion und Information.

"Die Nominierung von insgesamt neun privaten Produktionen für den diesjährigen Grimme-Preis zeigt eine positive Tendenz bei der Programmqualität der Privaten - eine für das Fernsehen insgesamt wünschenswerte Entwicklung", sagte Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts. Mit "Dark" ist zudem erstmals eine Netflix-Produktion im Rennen um den Grimme-Preis dabei. Die Mysteryserie erhielt eine Spezial-Nominierung für Buch und Idee. Hinzu kommt wie erwähnt die Nominierung für die ARD- und Sky-Koproduktion "Babylon Berlin". Mit "4 Blocks" schafft TNT Serie zudem bereits seine dritte Fiction-Nominierung - der Pay-TV-Sender scheint also ein gutes Näschen bei der Stoff-Auswahl zu besitzen.

Dass Serien derzeit im Trend liegen, zeigt auch noch eine andere Zahl: Insgesamt sieben Serien standen in der Kategorie Fiktion zur Auswahl, immerhin fünf davon wurden nominiert. "Die Zahl der Einreichungen zeigt, dass sich der Serien-Boom auch in Deutschland weiter fortsetzt." Bei den weiteren nominierten Serien handelt es sich um die BR-Comedy "Hindafing" und die ARD-Miniserie "Das Verschwinden". Aber freilich haben es auch zahlreiche Fernsehfilme in die Liste der Nominierten geschafft, darunter das Loveparade-Drama "Das Leben danach" und der Historienfilm "Katharina Luther", zwei "Tatort"-Folgen und der Zweiteiler "Landgericht - Geschichte einer Familie".

In der Kategorie Unterhaltung befinden sich gleich fünf Privatsender-Produktionen, darunter gleich zwei Nominierungen für Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf - für deren "Duell um die Welt" und die Goldene-Kamera-Entlarvung "Goslinggate" aus "Circus HalliGalli". Auch Vox brachte es mit "Kitchen Impossible" und seinem Talk-Flop "The Story of my Life" auf zwei Nominierungen. Sat.1 darf auf eine Auszeichnung der beim Publikum wenig erfolgreichen Reihe "Der Augenblick - Verzeihen ohne Worte" hoffen. Abseits davon sind eine besondere Impro-Folge "Schulz & Böhmermann"-Folge, die Sketch-Comedy "Kroymann" und "Olaf macht Mut" mit Olaf Schubert nominiert.

"Fast alles, vor allem im Unterhaltungsbereich, ist eine Wiederholung der altbewährten Erfolgsrezepte."
Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts

Auch das Online-Special "DIY mit Hazel Brugger" der "heute-show", Olli Dittrichs "Trixie Wonderland" und das Special der "Pierre M. Krause Show", in der Krause am Frankfurter Flughafen auf Harald Schmidt trifft, schafften es in den diesjährigen Nominierungs-Reigen. Doch es gibt auch Kritik: So habe die zuständige Kommission beim Unterhaltungsprogramm keine steigende Qualität feststellen können. Von den insgesamt 20 möglichen Nominierungen seien letztlich nur elf vergeben worden. "Auch wenn wir eine hohe Qualität im Programmbereich sehen, gibt es doch keine wirkliche Innovation bei den Formaten", so Grimme-Chefin Gerlach. "Fast alles, vor allem im Unterhaltungsbereich, ist eine Wiederholung der altbewährten Erfolgsrezepte."

Dem Kinder- und Jugendfernsehen attestierte die Kommission dagegen eine höhere Qualität am im Jahr zuvor. Auffällig: Insgesamt ist das öffentlich-rechtliche Jugendangebot funk hier mit gleich fünf Nominierungen vertreten. Für die besondere journalistische Leistung in der Kategorie Information & Kultur wurden indes die Journalistin Isabel Schayani für ihr gesamtes journalistisches Wirken im Jahr 2017, die Redaktionen von "Panorama", "Panorama 3" und "Panorama - Die Reporter" für ihre Berichterstattung zu den Ereignissen rund um den G20-Gipfel in Hamburg sowie Claas Meyer-Heuer für seine Recherche im Rahmen einer Reportage für das "Spiegel TV"-Magazin nominiert. Eine Spezial-Nominierung erhielt "Bayreuth 2017" von Sky, eine weitere das Online-Format "Art of Gaming" von Arte.

Die Auszeichnungen werden am 13. April im Theater der Stadt Marl verliehen. Durch die Preisverleihung wird an diesem Abend die Moderatorin und Journalistin Annette Gerlach führen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Alle Nominierten auf einen Blick...

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