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Gabor Steingart © Handelsblatt/Andreas Fechner
Zerwürfnis mit Dieter von Holtzbrinck?

Steingart beim "Handelsblatt" angeblich vor dem Aus

 

Wie lange ist Gabor Steingart noch Herausgeber des "Handelsblatt"? Laut "Spiegel Online" nicht mehr lange: Aufgrund eines Textes über den glücklosen SPD-Chef Martin Schulz sei es zum Bruch mit Dieter von Holtzbrinck gekommen, so das Nachrichtenmagazin.

von Timo Niemeier
08.02.2018 - 18:21 Uhr

Gabor Steingart, Herausgeber, Geschäftsführer und Gesellschafter der Handelsblatt Media Group, steht beim Verlag offenbar vor dem Aus, das berichtet zumindest "Spiegel Online" am Donnerstagabend. Grund dafür ist laut dem Online-Portal des Nachrichtenmagazins ein Zerwürfnis mit Dieter von Holtzbrinck, Haupteigner der Verlagsgruppe. Demnach soll es nach einem Text über Martin Schulz zum Bruch zwischen den beiden Verlagsmanagern gekommen sein.

Am Mittwoch hatte Gabor Steingart in seinem "Morning Briefing" in Bezug auf die SPD und Martin Schulz über einen "perfekten Mord" fabuliert. Schulz wolle "den derzeit beliebtesten SPD-Politiker, Außenminister Sigmar Gabriel, zur Strecke bringen", schrieb Steingart. Hintergrund: Schulz will, entgegen seiner früheren Aussagen, nun doch in das neue Kabinett eintreten und Außenminister werden, damit würde er Gabriel verdrängen. In seinem Newsletter beschreibt Steingart den "Tathergang": Der andere solle stolpern und auf dem Boden aufschlagen. "Wenn kein Zucken der Gesichtszüge mehr erkennbar ist, will Schulz den Tod des Freundes aus Goslar erst feststellen und dann beklagen".

Am Donnerstagnachmittag hat es laut "Spiegel Online" aufgrund des Textes Gespräche im Aufsichtsrat gegeben, am Freitag soll demnach auch ein Gespräch zwischen Holtzbrinck und Steingart folgen. Die Handelsblatt Media Group hat sich noch nicht zum Vorfall und den Gerüchten geäußert.

Holtzbrinck selbst hat sich jedenfalls schon bei Martin Schulz für den Text entschuldigt. "Spiegel Online" zitiert aus einem Schreiben des Verlegers: "Das heutige 'Morning Briefing' von Gabor Steingart hat mich schockiert. Inhalt und Stil des Sie betreffenden Textes entsprechen weder meinen publizistischen Qualitäts- und Wertevorstellungen noch denen der Handelsblatt-Redaktion." Kaum vorstellbar, dass Holtzbrinck und Steingart unter diesen Voraussetzungen weiter zusammenarbeiten werden.

Steingarts Anwalt Christian Schertz sagt gegenüber "Spiegel Online", er könne sich nicht zu Vertragsverhältnissen äußern. Grundsätzlich sagt er: "Gabor Steingart achtet die Meinungsfreiheit nicht nur, er praktiziert sie auch." Steingart war zwischen 2010 und 2012 Chefredakteur des "Handelsblatt", danach stieg er in die Geschäftsführung auf. Dieter von Holtzbrinck beteiligte ihn mit drei Prozent an der Verlagsgruppe. Vor seiner Zeit beim "Handelsblatt" arbeitete er rund sechs Jahre lang als Leiter des "Spiegel"-Hauptstadtbüros.

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