Start Up! Wer wird Deutschlands bester Gründer? © Sat.1/Morris Mac Matzen
Nach katastrophalen Einschaltquoten

"Start Up"-Flop: Sat.1 kickt Maschmeyer aus dem Programm

 

Auf das Format hatte Sat.1 große Hoffnungen gesetzt, doch das von Sony Pictures produzierte "Start Up" mit Carsten Maschmeyer tat sich von Anfang an schwer und stürzte am Mittwoch auf einen neuen Tiefpunkt. Jetzt zieht der Sender die Konsequenzen.

von Thomas Lückerath
12.04.2018 - 11:21 Uhr

Schon vor einer Woche schien es unausweichlich, sich von der quotenschwachen Gründer-Show zu trennen, doch aus strategischen Gründen hielt Sat.1 noch eine Folge länger durch: Gegen die Champions League gestern Abend hätte es auch jedes andere Ersatzprogramm schwer gehabt. Also musste „Start Up“ noch einmal in den Ring - um sich das endgültige K.O. nach Punkten zu holen. Nur noch 2,8 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und insgesamt nur 570.000 Zuschauer - da kommt das Aus nicht überraschend.



„Leider war für die Zuschauer unser uniques, hochwertiges spezifisches Format ‚Start up‘ mit der Entwicklung von Logos, Claims und neuen Produkten nicht relevant genug“, erklärt eine Sat.1-Sprecherin am Donnerstagvormittag auf DWDL.de-Anfrage. Der Sender nimmt „Start Up“ komplett aus dem Programm. Einen alternativen Sendeplatz für die restlichen Folgen gibt es nicht. Aber: „Wir werden ab sofort alle Folgen bis zum Finale online im gewohnten Rhythmus immer mittwochs auf sat1.de und in der SAT.1-App zeigen.“ Die Millionärswahl lässt grüßen.

Dabei hatten sowohl der Sender mit großer Promotion im Vorfeld als auch Carsten Maschmeyer selbst alles für den Erfolg des auf „Apprentice“-Spuren wandelnden Formats getan, mit dem Sat.1 einen Stück vom Kuchen des Business-TV abhaben wollte. Dazu gehörte auch eine kuriose Twitter-Aktion (DWDL.de berichtete), die mit dem Sender gar nicht abgesprochen war. Über den Account von Carsten Maschmeyer wurde nach dem fiesesten Tweet zur Sendung gesucht, der mit 10.000 Euro belohnt werden sollte.

Die Twitter-Aktion war jedoch keine Idee von Maschmeyer, sondern die glücklose Arbeit von Storymachine, der neuen Unternehmung von Philipp Jessen, Kai Diekmann und Michael Mronz. Sie inszenieren Carsten Maschmeyer in den sozialen Medien, was sich für „Start Up“ als nutzlos erwiesen hat. Dass mit bild.de und stern.de ausgerechnet die ehemaligen Arbeitgeber von Diekmann und Jessen zuerst über die PR-Aktion berichtet haben, hat darüber hinaus Geschmäckle.

Tröstlich: Weil die Show schon vor Monaten produziert wurde, ist der oder die Sieger/in schon längst gefunden, die gemeinsame Firma gegründet und Maschmeyers versprochene Million bereits investiert. Daran ändert das TV-Aus nichts. Carsten Maschmeyer hätte sich aber sicher mehr Promotion für seine jüngste Unternehmensgründung gewünscht.

Über den Autor

Thomas Lückerath ist Gründer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Hatte schon viereckige Augen, bevor es Bingewatching gab. Liebt Serien, das Formatgeschäft und das internationale TV-Business. Ist mehr unterwegs als am Schreibtisch.

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