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Einspeiseentgelte

ARD überweist über 31 Millionen Euro an Unitymedia

 

Erst vor wenigen Wochen einigte sich die ARD mit Unitymedia im langjährigen Streit um Einspeiseentgelte fürs Kabelnetz. Wie viel Geld dafür fließt, ließen die Unternehmen damals allerdings offen. Nun ist die Zahl trotzdem ans Tageslicht gekommen.

von Alexander Krei
09.05.2018 - 15:01 Uhr

Sechs Jahre lang hatten sich ARD und ZDF mit den Kabelanbietern einen Rechtsstreit um Einspeiseentgelte für die Verbreitung ihrer Sender geliefert, doch zumindest ein großer Teil dieser Fehde ist seit einigen Wochen beigelegt. So einigten sich die beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten mit Vodafone, die ARD zusätzlich auch mit Unitymedia. Wie viel Geld für die Verbreitung fließt, wollten die Beteiligten Anfang April allerdings nicht sagen.

Dabei hätte man sich gar nicht so sehr in Zurückhaltung üben müssen, schließlich liefert die Unitymedia-Mutter Liberty Global die Antwort jetzt frei Haus - und zwar in ihrem Geschäftsbericht. Demnach überweist die ARD rückwirkend 31,2 Millionen Euro an Unitymedia, was etwas mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr entspricht, aber mutmaßlich weniger sein dürfte als in der Vergangenheit. Damals sollen ARD und ZDF gemeinsam insgesamt rund 20 Millionen Euro pro Jahr gezahlt haben, um von deutschen Kabelnetzbetreibern gelistet zu werden.

Die jüngst mit Unitymedia getroffene Vereinbarung sieht vor, dass Unitymedia fortan die ARD-Mediathek sowie die Apps von "Tagesschau" und Kinderkanal auf ihrer Horizon-Plattform anbietet. Hinzu kommen non-lineare Funktionalitäten wie Replay oder Instant-Start. Die Partnerschaft umfasst zudem die Einspeisung weiterer Sender in HD: Im Falle von Unitymedia handelt es sich um RBB, SR, MDR Thüringen, Radio Bremen und Tagesschau 24.

Mit dem ZDF hat sich Unitymedia bislang übrigens noch nicht auf einen neuen Deal verständigt. Die Vereinbarung mit Vodafone bezeichnete ZDF-Intendant Thomas Bellut im April aber schon mal als "gute Nachricht für das Publikum". Vor einigen Jahren klang das noch ganz anders. Damals hatte Bellut die Einspeisegebühr als "historisch überholt" bezeichnet. Neuen Schwung in den Streit brachte wohl auch das Düsseldorfer Oberlandesgericht, das im vorigen Jahr entschieden hatte, dass die Sender durchaus für eine Einspeisung zahlen müssen.

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