Marcus Wolter / Banijay Germany © Mateusz Tondel/Banijay
Angriff auf dem deutschen Markt

Trotz Grabosch-Streit: Wolter startet mit Banijay Germany

 

Auch wenn bei Brainpool der Streit mit den übrigen Gesellschaftern um Jörg Grabosch noch immer nicht ausgefochten ist: Wie angekündigt tritt Marcus Wolter heute seinen Posten als Chef von Banijay Germany an. Dort soll er erneut ein Netzwerk an Produktionsfirmen entwickeln

von Uwe Mantel
01.08.2018 - 09:00 Uhr

Schon viele Jahre ist Banijay zwar mit einer 50-prozentigen Beteiligung an Brainpool auf dem deutschen Markt vertreten, hatte dort aber viele Jahre nicht allzu viel zu sagen, weil sich die Truppe um Jörg Grabosch nicht reinreden lassen wollte. 2018 ist nun aber das Jahr, in dem man groß auf dem deutschen Markt angreifen will. Die Geschicke von Brainpool in Deutschland wird ab sofort Marcus Wolter lenken. Der ehemalige Chef von Endemol Shine Germany tritt am heutigen 1. August seinen Posten als CEO der neuen deutschen Dachgesellschaft Banijay Germany an, an der er zugleich als Gesellschafter auch Anteile in unbekannter Höhe erworben hat.

Der 1. August war auch schon im April als Stichtag für den Start genannt worden - da ging man allerdings auch noch davon aus, dass bis dahin wohl die Streitigkeiten mit den übrigen Brainpool-Gesellschaftern um Jörg Grabosch geklärt sein würden und Banijay somit durch die Übernahme der bisherigen Anteile von Stefan Raab dort die Mehrheit und das alleinige Sagen hätte. Auch ein Gerichtstermin Mitte Juli brachte allerdings weiter keine Lösung im festgefahrenen und mit harten Bandagen geführten Streit. Der Richter forderte die Parteien stattdessen noch einmal zu Verhandlungen auf, die Frist hierfür läuft nun noch bis zum 23. August. Einigt man sich nicht, ist unklar, ob die geplante Übernahme der Mehrheit so stattfinden kann.

Trotz dieser Unsicherheit wollte man den Start von Banijay Germany aber nicht verzögern. Zur Gruppe gehört in Deutschland neben Brainpool auch bereits die Produktionsfirma Banijay Productions Germany unter der Führung von Arno Schneppenheim, der - wie auch Marcus Wolter - von Endemol Shine zu Banijay gewechselt ist. Mit der Neuauflage von "Fort Boyard" für Sat.1 hat das Team um Schneppenheim auch bereits ein erstes Großprojekt vor der Brust. Künftig zeichnet man zudem auch für die RTL-Show "Die Ehrlich Brothers präsentieren: Showdown der weltbesten Magier" sowie die Comedy-Central-Nachwuchsshow "Standup 3000" verantwortlich, bislang als Brainpool-Produktionen geführt.

Marcus Wolter sagt zu seinem Amtsantritt: "Der Entertainmentmarkt befindet sich weltweit in einer Aufbruchs- und Gründerstimmung und es ist genau die richtige Zeit in deutschen Content zu investieren. Mit Brainpool und Banijay haben wir zwei hervorragende Firmen und ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen einzigartige und erstklassige Unterhaltung zu entwickeln und zu produzieren. Wir wollen das zu Hause sein für die besten Produzenten, Künstler und Macher." Und bei den zwei Firmen soll es nach dem Willen von Banijay nicht bleiben: weitere Beteiligungen und Kooperationen seien bereits in Planung. Mit Marcus Wolter hat man in jedem Fall einen Mann gefunden, der sich als Architekt eines solchen wachsenden Netzwerks an Produktionsfirmen bereits bei Endemol Shine Germany bewährt hat. Man darf gespannt sein, ob ihm ähnliches noch einmal bei Banijay gelingt.

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