Kelly Luegenbiehl © Medientage
Beim TV-Gipfel der Medientage München

Netflix-Offensive: Fünf neue deutsche Originals angekündigt

 

Im Gespräch mit DWDL.de-Chefreporter Torsten Zarges bekräftigte Kelly Luegenbiehl, Vice President Creative International Originals bei Netflix, am Donnerstagmorgen das Investment in deutschen Content - und kündigte gleich fünf neue deutsche Netflix Originals an. Alle Details…

von Thomas Lückerath , München
25.10.2018 - 09:55 Uhr

Der zweite Tag der Medientage München begann am Donnerstagmorgen mit einem großen Aufschlag von Netflix: Gleich fünf neue deutsche Produktionen hatte Kelly Luegenbiehl, Vice President International Originals beim amerikanischen SVoD-Riesen, im Gepäck. „Deutschland ist ein sehr aufregender Markt, nicht nur mit Blick auf potentielle Abonnenten sondern auch kreativ gesehen“, so Luegenbiehl. Bislang gab es mit „Dark“, dem am 7. Dezember startenden „Dogs of Berlin“ und der angekündigten Serie zu „Die Welle“ erst drei deutsche Originals.



Zweiflern der Nachhaltigkeit des Content-Investments im deutschen Markt setzte Kelly Luegenbiehl dann ein breites Spektrum neuer Projekte entgegen. „Bei Netflix wollen wir einheimische Geschichten erzählen, die global verstanden werden. Wir sind begeistert von diesen fünf Projekten, die - jedes auf seine einzigartige Weise - einerseits unverkennbar deutsch sind und andererseits bei Zuschauern auf der ganzen Welt ein universelles Gefühl von Verbindung herstellen können”, erklärte Luegenbiehl bei den Münchner Medientagen.

Zu den fünf weiteren deutschen Originals gehört zum Beispiel „Don’t try this at home“, die erste fiktionale Serie der Kölner Bildundtonfabrik - eine Coming-of-Age-Story über drei Jugendlichen, die „den lässigsten Online-Drogenhandel“ aufbauen - inszeniert von Lars Montag und Arne Feldhusen nach Drehbüchern von Philipp Käßbohrer, Sebastian Colley und Stefan Titze. Wiedemann & Berg produziert nach „Dark“ schon die zweite Netflix-Serie und erzählt in „Tribes of Europa“ vom Kampf um den europäischen Kontinent nach einer mysteriösen globalen Katastrophe. Die Serie von Philip Koch entsteht unter seiner Regie basierend auf Drehbüchern von ihm, Jana Burbach und Benjamin Seiler.

„Skylines“ spielt in der Frankfurter Musikszene und wird produziert von Komplizenfilm und StickUp Films. „Es war uns wichtig, mit unseren deutschen Geschichten nicht nur Berlin zu erzählen“, sagt Kelly Luegenbiehl. Die Serie erzählt von einem jungen Frankfurter Hip-Hop-Produzent der kriminelle Unterwelt und Polizei gegeneinander ausspielt. Regie führen Maximilian Erlenwein und Soleen Yusef nach Drehbüchern von Dennis Schanz. Mit Blick auf die deutsche Tradition der Weihnachtsserien plant Netflix fürs kommende Jahr eine noch unbenannte Christmas-Miniserie von Sommerhaus Film, in der vier Frauengenerationen zum Fest der Versöhnung aufeinandertreffen und mit lang gehegten Geheimnissen konfrontiert werden.

Und dann hat Gaumont Deutschland, gerade erst im Sommer gegründet, ein Serienprojekt an Netflix verkauft: Das historische Period Drama „Die Barbaren“, geschrieben von Jan Martin Scharf und Arne Nolting, den Machern von „Club der roten Bänder“, sowie "Alarm für Cobra 11"-Autor Andreas Heckmann. Es erzählt vom brutalen Kampf zwischen der römischen Armee und germanischen Stämmen. Während all diese Projekte erst in Produktion gehen, wird nach „Dogs of Berlin“ (7. Dezember) im ersten Halbjahr 2019 auch die zweite Staffel von „Dark“ mit acht neuen Folgen starten. Einige der heute in München angekündigten Produktionen sollen aber ebenso noch 2019 starten.

„Für uns ist dies eine bedeutsame Investition in den deutschen Markt. Wir freuen uns darauf, mit den hiesigen Künstlern und Produktionen zusammenzuarbeiten. Es ist uns wichtig, Kreative in ihrer Arbeit zu unterstützen und damit unseren Zuschauern einzigartige Erzählweisen und erstklassige Unterhaltung zu bieten”, erklärt Luegenbiehl. Von Torsten Zarges auf die EU-Quote für lokale Inhalte angesprochen, zeigt sich die Netflix-Managerin zuversichtlich: „Wir erfüllen es noch nicht, aber sind auf dem richtigen Weg und sind zuversichtlich, es in den kommenden Jahren zu erfüllen.“ Kontrekte Zahlen jeglicher Art blieb Luegenbiehl auf Nachfrage hingegen erwartungsgemäß schuldig.

Über den Autor

Thomas Lückerath ist Gründer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Hatte schon viereckige Augen, bevor es Bingewatching gab. Liebt Serien, das Formatgeschäft und das internationale TV-Business. Ist mehr unterwegs als am Schreibtisch.

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