Krone, Kurier, Rene Benko © Krone/Kurier/Signa
Funke verkauft knapp Hälfte der Anteile

Karstadt-Eigentümer steigt bei "Krone" und "Kurier" ein

 

Es ist einer der größten österreichischen Mediendeals der vergangenen Jahre: Die Signa Holding (Karstadt, Kaufhof) steigt bei den Zeitungen "Krone" und "Kurier" ein. Möglich wird das durch die Funke Mediengruppe, die einen Teil ihrer Anteile an Signa verkauft.

von Timo Niemeier
12.11.2018 - 12:59 Uhr

Seit 1987 ist die Funke Mediengruppe im österreichischen Medienmarkt aktiv. Über die WAZ Ausland Holding GmbH hält der Verlag die Hälfte an der "Kronen Zeitung", der größten Tageszeitung Österreichs, sowie knapp 50 Prozent am "Kurier". Die beiden Tageszeitungen sind zudem über die Anzeigen- und Vertriebsholding Mediaprint miteinander verbunden. Nun verkauft Funke 49 Prozent der WAZ Ausland Holding an die Signa Holding von Immobilienmogul René Benko.

Damit beteiligt sich Signa an den beiden österreichischen Zeitungen - und steigt gleichzeitig in die Medienbranche ein. Bislang war die Unternehmensgruppe nur im Immobilien- und Handelsbereich tätig, zum Unternehmen gehören unter anderem die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof, die demnächst fusionieren sollen. Die jetzt von Funke angekündigte Zusammenarbeit steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Berechnet man die neuen Anteile, hält Benkos Unternehmensgruppe künftig 24,5 Prozent an der "Krone" und 24,22 Prozent am "Kurier". Die übrigen Anteile halten bei der "Krone" die Familie Dichand und beim "Kurier" die Raiffeisen-Gruppe. Der Einstieg von Signa ist vor allem auch deshalb interessant, weil Funke mit der Familie Dichand seit Jahren um die "Krone"-Anteile und daraus resultierenden Aufgaben und Pflichten streitet. So räumte Funke der Familie Dichand beim Einstieg 1987, damals boomte Print noch, einige Sonderrechte ein. So ist den Dichands die verlegerische Leitung der Zeitung vorbehalten. Viel mehr schmerzen dürften Funke aber jährliche Garantieausschüttungen. Diese sehen vor, dass der Verlag jährlich einen hohen Millionen-Betrag an die Dichands überweisen muss, kolportiert werden bis zu zehn Millionen Euro.

Funke hat diese Sonderrechte der Dichands zwar gekündigt, ein Schiedsgericht hatte das zuletzt allerdings abgewiesen - aber nur aus formalen Gründen. Bislang ging man in der österreichischen Medienbranche davon aus, dass Funke einen neuen Versuch unternehmen würde, diese Verpflichtungen loszuwerden.

René Benko, Gründer der Signa Holding GmbH, sagt nun zum Einstieg in die Medienbranche: "Die Digitalisierung löst die Grenzen zwischen traditionellen Geschäftsmodellen auf. Handel, Information und Unterhaltung, aber auch das Wohnen und die moderne Welt der Arbeit – diese Bereiche lassen sich schon heute nicht mehr trennen. Wir investieren deshalb strategisch in Geschäftsmodelle, die breite Konsumentenschichten mit außergewöhnlichen Produkten und Leistungen überzeugen und ihre zukünftigen Bedürfnisse in der analogen wie der digitalen Welt ganzheitlich abbilden. Die Transformation starker Marken spielt da eine ganz wesentliche Rolle." Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Funke, der Familie Dichand und der Raiffeisen-Gruppe, so Benko.

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