Corinna Milborn © Puls 4
Österreich-Update vom 15. Januar

Milborn kehrt zurück, Thür mit starker "ZiB 2"-Premiere

 

Corinna Milborn kehrt aus ihrer Bildungspause zurück und präsentiert ab sofort wieder "Pro & Contra". Außerdem: Bei Schau TV kommt es zu Veränderungen, Martin Thür feiert aus Quotensicht eine gelungene "ZiB 2"-Premiere und ATV geht auf "Tinderreisen".

von Timo Niemeier
15.01.2019 - 15:33 Uhr

Puls 4© Puls 4
Puls-4-Journalistin Corinna Milborn kehrt am Mittwoch zurück auf die Bildschirme. Nach ihrer knapp sechsmonatigen Bildungspause moderiert sie um 22:50 Uhr wieder ihren Polittalk "Pro und Contra", dort wurde sie zuletzt von Manuela Raidl und Thomas Mohr vertreten. In der ersten Sendung nach der Pause spricht Milborn unter anderem mit SPÖ-Sozialstadtrat Peter Hacker und FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus zum Thema "Wie gegen die Regierung: Wer gewinnt den Kampf um die Mindestsicherung?". Milborn bezeichnet ihre Pause als "nützlich, um den Blick für das Wesentliche abseits der Tagespolitik zu schärfen". Die Infochefin der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe ergänzt: "Man tappt als Politik-Journalistin leicht in die Falle, den Politikbetrieb mit seinem täglichen, gehetzten Partei-Hickhack zu wichtig zu nehmen. Der gewonnene Abstand hilft mir, die politischen Themen noch stärker aus Sicht unserer Zuseherinnen und Zuseher zu sehen und das herauszuarbeiten, was sie betrifft." 

Schau TV© DWDL.de
Bei Schau TV, dem regionalen Fernsehsender des "Kurier", kommt es zu größeren Veränderungen. Wie der "Standard" berichtet, wird sich der Sender von drei seinen Redakteuren trennen - das entspricht der gesamten Nachrichtenredaktion von Schau TV. Betroffen davon ist demnach auch die Leiterin Elisabeth Auer, die für den Sender auch moderierte. Auer kam im Sommer 2017 von ATV zu SchauTV und war das Gesicht des Senders, damals hatte der "Kurier" den Sender gerade erst vom Bohmann Verlag übernommen. Die "Kurier News" des Senders sollen künftig offenbar von der "Kurier"-Redaktion produziert werden, bislang war die SchauTV-Gesellschaft Schaumedia dafür zuständig. Eine offizielle Bestätigung des "Kurier" gibt es noch nicht. Gegenüber DWDL.de wollte sich SchauTV-Programmchef Matthias Hranyai nicht äußern.

ZiB 2© ORF
Ab sofort gibt es die "ZiB 2" auch als Podcast. Alle Interviews, Analysen und Schaltgespräche der ORF-Nachrichtensendung solle so auf Abruf zum Hören verfügbar gemacht werden. Der ORF will die nonlineare Bereitstellung seiner Inhalte mit dem sogenannten "ORF-Player" weiter intensivieren. Vom Sender heißt es, Podcasts würden immer beliebter werden - vor allem bei Interviews. ORF-2-Chefredakteur Matthias Schrom sagt: "Da liegt es auf der Hand, die bekanntesten und meistzitierten Interviews des Landes, die ‚ZiB 2‘-Studiogespräche, nicht nur im Fernsehen und in der TVthek, sondern auch als Podcast anzubieten." Kurz nach dem Ende der jeweiligen Sendungen sollen die Podcasts auf tv.ORF.at und den gängigen Podcast-Plattformen unter "ZiB 2 Podcast" zur Verfügung stehen. Aufgezeichnete Gespräche werden in der ungekürzten Langversion angeboten, Live-Interviews so wie sie auf Sendung waren.

Tinderreisen© ATV
ATV hat unter dem Namen "Tinderreisen" ein neues Reality-Format angekündigt. Das Konzept: In drei Folgen werden österreichische Singles auf ihrer Reise quer durch Europa mit versteckter Kamera begleitet. Um möglichst günstig zu reisen, versuchen die Reisenden, via Tinder kostenlose Schlafplätze zu ergattern. Man greife mit der Sendung einen neuen Hype auf, heißt es vom Sender. In der Sendung sind unter anderem die Freunde Luis und Martin zu sehen, die ihr Glück in Italien versuchen. Bianca und Jacqueline hoffen dagegen in Barcelona auf kostenlose Schlafmöglichkeiten via Tinder. ATV zeigt das neue Format ab Donnerstag, dem 31. Januar, immer ab 21:30 Uhr.

APA© APA
Die Austria Videoplattform (AVP) hat nach zweijährigem Betrieb ein positives Zwischenfazit gezogen. Die Austauschplattform für Nachrichtenvideos steigerte 2018 die Abrufe um mehr als 40 Prozent auf 10,6 Millionen. Auch die Anzahl der zur Verfügung gestellten Videos ist zuletzt deutlich gestiegen: 45.911 waren es im vergangenen Jahr, alleine 37.701 davon kamen vom ORF. Ein Jahr davor waren es insgesamt noch 31.609 Videos. Über die AVP können österreichische Bewegtbild-Produzenten Inhalte zur Verfügung stellen, die dann von anderen Medienportalen verbreitet werden. Derzeit stellen 15 Medienhäuser (u.a. ORF, ServusTV, Heute, Kleine Zeitung, oe24, Styria, APA) Videos zur Verfügung, mehr als 40 Medien (u.a. Standard, Presse, Kurier, Tele, Verlagsgruppe News, Russmedia, Salzburger Nachrichten) können diese nutzen. Für Betrieb und Vermarktung ist die Nachrichtenagentur APA zuständig. Ziel der AVP ist es, hochwertige Werbefläche im Umfeld von österreichischem "Premium-Content" anzubieten. Die Werbeerlöse werden unter den teilnehmenden Akteuren aufgeteilt. Die technische Online-Reichweite aller AVP-Partner liegt bei etwa 80 Prozent. "Die positive Entwicklung der Austria Videoplattform freut uns sehr. Ist sie doch eines jener Kooperationsmodelle der österreichischen Medien, die echte Antworten auf die neuen Anforderungen an die Branche und die neuen Marktbedingungen geben können", so APA-CEO Clemens Pig.

Österreichischer Presserat© Österreichischer Presserat
Niko Alm, Geschäftsführer der Rechercheplattform Addendum, die von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz finanziert wird, steht in der Kritik. In einem Newsletter mit dem Titel "Selbstmordgedanken" hat er die gängigen Regeln der Suizid-Berichterstattung infrage gestellt. So heißt es im Ehrenkodex des Presserates, dass die Berichterstattung bei Suiziden "großer Zurückhaltung" bedarf. Der Hintergrund: Detaillierte Berichte könnten weitere Suizide nach sich ziehen. Alm bezeichnet Selbstmord als "journalistisches Tabuthema". Den Passus im Ehrenkodex des Presserat nennt er eine "moralische Wertung". Alm: "Warum der Selbstmord als etwas gilt, das nicht nachgeahmt werden soll, bleibt offen." In den sozialen Medien hagelte es daraufhin Kritik, nun hat sich auch der Presserat zu Wort gemeldet. In einem Offenen Brief schreibt Geschäftsführer Alexander Warzilek: "Die sensationelle Aufbereitung eines Suizides in den Medien kann dazu führen, dass es zu weiteren Suiziden kommt." Das sei wissenschaftlich nachgewiesen. "Je sensationeller ein Bericht über einen Suizid aufbereitet wird und je mehr Details über die Suizidmethode und den Suizidort angeführt werden, desto wahrscheinlicher sind Nachahmungstaten von anderen suizidgefährdeten Personen." Tabu sei das Thema aber nicht. Auch Warzilek sagt, die Entscheidung darüber, das eigene Leben zu beenden, muss jeder für sich selbst treffen. "Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass man Personen, die sich in einer Krisensituation befinden und tief verzweifelt sind, links liegen lässt. Solidarität ist ein Eckpfeiler unserer Gesellschaft."

ORF Enterprise© ORF Enterprise
Die ORF-Enterprise hat ein Fazit zum abgelaufenen Jahr 2018 gezogen: Insgesamt hat die Vermarktungstochter des ORF im vergangenen Jahr 1.627 österreichische Produktionen an mehr als 300 Kunden auf der ganzen Welt lizenziert. Das entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter anderem konnte man eigenproduzierte Inhalte nach Australien, Kanada, Deutschland, Ägypten, Frankreich, Großbritannien, China, Russland, Neuseeland, Vietnam, Singapur und Spanien verkaufen. Traditionell sehr stark nachgefragt waren erneut die Dokumentationen der "Universum"-Reihe, aber auch der Wiener-"Tatort", "Vier Frauen und ein Todesfall" und die "Vorstadtweiber" haben sich gut verkauft, hinzu kommen Serien wie "SOKO Kitzbühel" und "Schnell ermittelt". ORF-Enterprise-Geschäftsführerin Beatrice Cox-Riesenfelder sagt: "ORF Universum-Natur- und Dokumentationsfilme sind absolute Bestseller. Die stark steigende Nachfrage nach fiktionalen Inhalten wie ‚Soko Kitzbühel‘ oder ‚Schnell ermittelt‘ zeugt von der hohen Qualität der ORF-Produktionen. In der globalen Content-Vermarktung ist die ORF-Enterprise der starke und verlässliche Partner der österreichischen Produktionsszene und trägt zur Bekanntheit des Film- und Fernsehstandorts bei Programmentscheidern auf allen Kontinenten bei."

HD Austria© HD Austria
Die zur M7 Gruppe gehörende Satelliten-TV-Plattform HD Austria bietet seinen Kunden künftig vier neue Sender an. Verfügbar sind mit BonGusto, Heimatkanal, Romance TV und Playboy TV vor allem kleinere Nischensender. Alle Kanäle sind im Kombi Paket inkludiert. "Seit dem Start unserer Plattform vor acht Jahren bauen wir die Programm-Vielfalt und Funktionen von HD Austria kontinuierlich aus, um heimischen SAT-TV-Haushalten immer das beste Fernseh-Erlebnis zu bieten. HD Austria Kunden genießen nicht nur das größte HD-Paket des Landes inklusive Ultra HD, sondern auch ein nahtloses hybrides Fernseh-Erlebnis aus linearem und non-linearem TV-Content sowie ein Höchstmaß an Komfort und Flexibilität", sagt Peter Kail, Managing Director der Eviso Austria GmbH, verantwortlich für die Marke HD Austria.

Österreich in Zahlen

ZiB 2 mit Martin Thür© ORF/Thomas Ramstorfer
Am vergangenen Sonntag war erstmals die neue "ZiB 2 am Sonntag" mit dem ehemaligen ATV-Moderator Martin Thür zu sehen - und das Interesse war sehr groß. 894.000 Menschen sahen sich die Premierensendung ab 21:45 Uhr an, der Marktanteil lag bei starken 29 Prozent. Der "Tatort: Wahre Lügen" erreichte zuvor 975.000 Zuschauer und 28 Prozent. Sehr gut liefen am vergangenen Donnerstag auch die "Rosenheim-Cops", die der ORF, anders als das ZDF in Deutschland, in der Primetime zeigt. 1,05 Millionen Menschen schalteten ein und bescherten ORF 2 damit 33 Prozent Marktanteil. Das war der zweitbeste Wert für die Serie seit dem Start in ORF 2. Das neue "Studio 2" hält sich übrigens weiter bei recht ansehnlichen Quoten: Nach dem starken Start gingen zwar einige Zuschauer verloren, das neue Vorabend-Format kratzt aber regelmäßig an der Marke von 30 Prozent Marktanteil. Nur eine Ausgabe lief mit 22 Prozent bislang deutlich schwächer als alle anderen.

ATV Logo© ATV
Das Jubiläum der Dokusoap "Teenager werden Mütter" hat ATV starke Quoten beschert: Die 100. Folge kam auf 160.000 Zuschauer, in der Spitze sahen laut Senderangaben bis zu 178.000 Menschen zu. Der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen lag bei 10,0 Prozent. Bei den Zuschauern unter 30 Jahren wurden sogar 15,3 Prozent gemessen. Weniger Glück hatte ATV unterdessen mit der zweiten Ausgabe seines neuen Formats "Einsatz Live". Schon der Auftakt lief mit 80.000 Zuschauern recht mau, in Woche zwei sahen nur noch 70.000 Menschen zu. Der Marktanteil in der Zielgruppe lag bei 3,2 Prozent - angesichts der vielen Schlagzeilen rund um das Format ist das eine Enttäuschung. Puls 4 hat am Montagabend durchgängig auf seine Witze-Show "Sehr witzig" gesetzt. Eine neue Folge erreichte ab 21:15 Uhr 117.000 Zuschauer und 5,0 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Das ist ein zwar Wert über Senderschnitt, dass aber durchaus noch mehr drin ist für das Format bewiesen im Anschluss zwei Wiederholungen, die sich auf 7,6 und 8,9 Prozent steigerten. 

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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