David Schalko © Superfilm/Pertramer
Österreich-Update vom 22. Januar

Nächste Schalko-Serie, neues Streaming-Angebot von Sky

 

Mit "Schwere Knochen" verfilmt David Schalko seinen nächsten Roman, im Februar zeigt der ORF aber erst einmal "M". Außerdem: ORF-Steiermark-Chef tritt vorzeitig ab, Sky arbeitet an einem neuen Streaming-Angebot nur für Österreich und Dominic Thiem sorgte für starke Quoten bei ServusTV.

von Timo Niemeier
22.01.2019 - 15:40 Uhr

David Schalko© Isabella Simon
David Schalko (Foto) macht nun auch seinen Roman "Schwere Knochen" zu einer TV-Serie. Satel Film plant in Kooperation mit Superfilm eine Adaption des Buches in Serienform, Schalko ist als Drehbuchautor und Regisseur mit dabei. Die achtteilige Serie wird als einzige österreichische Produktion auf dem Pitch-Event "Co-Pro Series" der Berlinale internationalen Produzenten und Vertriebsexperten vorgestellt. "Schwere Knochen" ist Schalkos Abschluss der Trilogie über Gier, die ersten beiden Teile der Reihe waren "Braunschlag" und "Altes Geld". "Schwere Knochen" erzählt die Geschichte von vier Kleinganoven im Wien der Zwischenkriegszeit, ihrer Entwicklung zu brutalen Verbrechern, dem rasanten Aufstieg und der Alleinherrschaft über das Wien der Besatzungszeit und schließlich vom Zerfall und der Auflösung des schillernden Verbrecherquartetts. Die zentrale Figur ist Ferdinand Krutzler, der als Experte für "Totschlag aus Notwehr" bekannt ist. Gemeinsam mit seinen Kompagnons Wessely, Sikora und Praschak lässt er als "Erdberger Spedition" die alteingesessene Wiener Gangsterriege aufhorchen. Als die Bande jedoch die Wohnung eines ranghohen Nazis ausräumt, wandern drei der vier jungen Männer ins Konzentrationslager. Dort steigen die Ganoven schnell zu Aufsehern auf und spinnen ein Netzwerk für spätere Geschäfte. Nach dem Krieg teilen die vier dann Wien unter sich auf und bilden ein Monopol aus Gewalt und Kriminalität.

M - Eine Stadt sucht einen Mörder© MG RTL D
Ein anderes Projekt von David Schalko findet nach langer Vorbereitungszeit schon bald seinen Weg ins TV: "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist im Februar im ORF zu sehen. ORF eins zeigt die sechsteilige Serie, die man gemeinsam mit TV Now und Superfilm produziert hat, am 17., 20. und 22. Februar. Während es zum Start um 20:15 Uhr los geht, startet "M" an den beiden anderen Sendetagen gegen 21 Uhr. In jedem Fall ist die Serie damit früher als in Deutschland zu sehen: TV Now wird die Folgen ab dem 23. Februar zum Abruf bereitstellen (DWDL.de berichtete). ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner sagt, "M" hebe die "Erzählform Serie auf eine neue Stufe". Zechner: "Die Erwartungshaltung unseres Publikums, im ORF einzigartige, unverwechselbare Angebote in höchster Qualität serviert zu bekommen, wird in gesellschaftspolitisch höchst spannender Psycho-Manier beantwortet. Atemlos, bildgewaltig, mitreißend – einfach anders, einfach gut!"

Gerhard Draxler© ORF/Thomas Ramstorfer
Der seit 2007 amtierende ORF-Steiermark-Landesdirektor Gerhard Draxler hat am Montag seinen vorzeitigen Abschied vom Unternehmen angekündigt. Am 30. April dieses Jahres will er in den Ruhestand treten, sein Vertrag als Landesdirektor läuft eigentlich bis 2021. Am Wochenende hatte bereits der "Standard" über Draxlers vorzeitigen Rückzug berichtet. Schon bei Draxlers Wiederwahl 2016 hatte es Gerüchte gegeben, dass er nicht die volle Periode machen wolle. Nun sagt Draxler: "Es ist meine ganz persönliche Entscheidung, mich mit 30. April 2019 ins Privatleben zurückzuziehen." Er blicke mit großer Dankbarkeit auf die letzten 30 Jahre im ORF zurück. "Es ist mir ein Anliegen, einen professionellen und geordneten Wechsel in der Geschäftsführung des ORF Steiermark sicherzustellen", sagt Draxler, dessen Stelle in den kommenden Tagen ausgeschrieben werden soll. Generaldirektor Alexander Wrabetz lobt Draxler als "journalistischen Vollprofi und Topmanager". Wrabetz: "In all seinen Funktionen – ob TV-Informationsdirektor oder Landesdirektor – hat er wesentlich zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags und zum Erfolg der ORF-Programme beigetragen. Er hat den ORF Steiermark zu einer starken und wichtigen Säule nicht nur im Verbund der regionalen Studios, sondern auch innerhalb der ORF-Flotte weiterentwickelt und unverzichtbare Akzente für die ORF-Regionalprogramme gesetzt."

Carsten Schmidt© DWDL.de / Alexander Krei
Sky-Chef Carsten Schmidt hat bei der Wien-Premiere der neuen Serie "Der Pass" ein neues Streaming-Angebot für den österreichischen Markt angekündigt. Gegenüber dem "Kurier" sagte Schmidt: "Österreich ist nicht zu klein. Es ist für uns ein ausreichend großer und auch wichtiger Markt. Wir werden beispielsweise in der ersten Jahreshälfte ein neues All-IP-Produkt nur für Österreich in den Markt einführen. Das machen wir, weil uns Österreich sehr wichtig ist." Wie genau das neue Produkt aussehen wird, ist derzeit aber noch unklar. Auf DWDL.de-Nachfrage wollte sich Sky nicht weiter zum Projekt äußern. Schmidt erklärte aber, dass das Produkt "nicht bloß ein etwas modifiziertes Sky Ticket" sein soll.

Verlagsgruppe News, Horst Pirker© VGN/Rudi Froese
Die Verlagsgruppe News gründet für ihre verschiedenen Magazintitel eigene Gesellschaften. Für "Woman" und "Gusto" gibt es bereits die Woman GmbH & Co KG und die Gusto GmbH & Co KG, bislang erschienen alle Titel unter dem Dach der VGN Medien Holding GmbH (VGN). Gegenüber dem "Standard" erklärt Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer Horst Pirker das mit einer "klareren Struktur". In den kommenden Monaten und Jahren sollen die anderen Magazine den Beispielen von "Woman" und "Gusto" folgen - das bestätigt Pirker auch gegenüber DWDL.de. Eine neue Strategie will er in den Neugründungen aber nicht erkennen. "Das war von Anfang so geplant und wird eben jetzt umgesetzt", so der VGN-Chef. Laut dem Unternehmen gehe es nicht darum, Anteile an einzelnen Magazinen leichter zu verkaufen. Pirker ist seit 2016 Mehrheitsgesellschafter bei der VGN, damals übernahm er die Anteile von Gruner + Jahr. 2018 drängte er den "Kurier" aus dem Verlag, seitdem gehören ihm 75 Prozent des Unternehmens (DWDL.de berichtete).

Alexander Wrabetz© ORF/Thomas Ramstorfer
Der ORF steht in diesem Jahr vor einer "Weggabelung", das hat Generaldirektor Alexander Wrabetz bei der Vorstellung des Public-Value-Reports 2018/19 gesagt. Wrabetz meint damit, dass sich in diesem Jahr entscheiden wird, wie es mit dem größten Medienkonzern des Landes weitergeht. Auf der einen Seite stehen die großen Tech-Giganten aus den USA, auf der anderen Seite verhandelt die Regierung aus ÖVP und FPÖ derzeit über die Zukunft des Senders, auch ein neues ORF-Gesetz ist im Gespräch. Laut dem "Standard" sieht der inoffizielle Zeitplan der Regierung so aus: Bis zum Sommer soll Medienminister Gernot Blümel einen Entwurf für das neue ORF-Gesetz vorlegen. Im Herbst soll das dann beschlossen werden, bis zum Jahreswechsel könnte es dann eine neue Unternehmensführung geben. Zuletzt hatte Wrabetz auf den unteren Führungspositionen bereits neue Leute eingesetzt und war der Regierung damit entgegengekommen. Der ORF-Chef erklärte bei der Vorstellung des Public-Value-Reports, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk wichtiger denn je sei. Im vorgelegten Report ("Der Auftrag - für Österreich") geht es um den Nutzen des ORF für Österreich. Der zweite Band erscheint im Mai unter dem Titel "Der Auftrag 2019 – für Europa".

Kronehit© Kronehit
Österreichs größter Privat-Radiosender Kronehit hat ein neues Corporate Design erhalten, im Fokus stehen ein neuer Schriftzug und eine verjüngte Krone, die "als zentrales Element das positive Lebensgefühl" zum Ausdruck bringen soll. Statt den Farben Gold und Schwarz kommt der Sender nun außerdem etwas frischer daher, vor allem die Kampagnenmotive sind bunt gestaltet. Außerdem hat sich der Sender mit "Krone auf - Leben an" einen neuen Claim gegeben, der auch im Mittelpunkt einer neuen Markenkampagne steht. Der Claim soll, je nach Anlass und Motiv, individuell angepasst werden. Auf Plakaten und in Spots wird daraus beispielsweise "Krone auf - Musik an" für eine Party-Queen oder etwa "Krone auf – Augen zu" für ein küssendes männliches Liebespaar. "Wer Kronehit aufdreht, dreht die Vielfalt des Lebens auf: gute Laune, gute Musik, gute Unterhaltung. In der Kampagne findet sich eine hedonistische und euphorische Lebenseinstellung wieder", sagt Geschäftsführer Ernst Swoboda. Entwickelt wurden Design und Kampagne von der Kreativagentur Wien Nord.

Österreich in Zahlen

Dominic Thiem© ServusTV / GEPApictures
Als ServusTV im Dezember bekanntgab, sich die Rechte an den Australian Open gesichert zu haben, war das ein Coup für den Sender. Inzwischen dürfte aufgrund der sportlichen Leistungen von Dominic Thiem wohl ein wenig Ernüchterung eingekehrt sein. Österreichs Tennis-Spieler Nummer eins ist nach nur zwei Spielen in Australien ausgeschieden - aber immerhin diese beiden Matches sorgten für tolle Quoten. Das erste Spiel gegen Benoit Paire, das über fünf Sätze ging, erreichte beim Sender ab 12:30 Uhr im Schnitt 68.000 Zuschauer, beim Gesamtpublikum waren damit 6,8 Prozent Marktanteil drin. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Senderschnitt. Auch beim jungen Publikum lag das Spiel mit 4,9 Prozent deutlich über Schnitt. Thiems Niederlage gegen Alexej Popyrin verfolgten 32.000 Menschen in der Früh ab 8 Uhr, damit waren 7,4 Prozent Marktanteil drin. Beim jungen Publikum lief es mit 2,6 Prozent nicht ganz so gut. Auch Online sorgten die beiden Thiem-Matches für starke Zahlen. Laut ServusTV lagen die Video Views beim ersten Spiel um 250 Prozent über denen eines normalen Dienstags. Donnerstagfrüh konnte man ähnliche Steigerungswerte feststellen. Das zeigt schon, wie viel Potenzial die Australian Open mit Thiem bei ServusTV noch gehabt hätten. Nun ist er aber ausgeschieden und der Sender muss ohne Lokalmatador auskommen. Dennoch wird man auch weiterhin ein Spiel pro Tag sowie die Halbfinals und das Finale übertragen.

Arabella Kiesbauer© ATV
Schon eine Ausgabe vor dem Ende der 15. Staffel von "Bauer sucht Frau" lässt sich festhalten, dass das ATV-Format in diesem Jahr so stark wie noch nie war. Besonders gut ablesen lässt sich das in der Zielgruppe der 12- bis 29-Jährigen. Hier kamen die 18 bislang gezeigten Folgen auf durchschnittlich 18,1 Prozent Marktanteil, früher waren hier nicht einmal zweistellige Werte garantiert, die letzte Staffel kam auf 9,9 Prozent. Auch in der klassischen Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen sieht es mit 14,3 Prozent so gut aus wie noch nie - hier kommt es auf die letzte Folge an, ob es am Ende auch wirklich ein neuer Allzeit-Rekord wird. Die Folge der vergangenen Woche wurde von 253.000 Menschen gesehen, am Mittwoch steht das Staffelfinale an.

RTL Österreich wird den Januar vermutlich erneut mit richtig guten Quoten beenden, schon 2018 war der erste Monat des Jahres der stärkste. Grund dafür ist das Dschungelcamp. "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" hat am Samstag mit 335.000 Zuschauern einen neuen Staffelbestwert erzielt, in der Zielgruppe waren damit 26,3 Prozent Marktanteil drin. Bei den etwas jüngeren 12- bis 29-Jährigen wurden sogar 34,5 Prozent gemessen. RTL Österreich holte am Samstag schon um 20:15 Uhr starke Quoten: "DSDS" wurde von 324.000 Zuschauern gesehen, die Castingshow erreichte damit 21,3 Prozent Marktanteil bei den 12- bis 49-Jährigen - auch das war ein neuer Bestwert für die laufende Staffel.  

Was noch zu sagen wäre…

"Wir werden mit allem, was wir haben, Sky Österreich weiter zum Wachsen bringen."
Sky-Chef Carsten Schmidt (kurier.at)

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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