Sky X © Sky
Neuer Dienst startet vorerst nur in Österreich

Sky stellt sich im Streaming-Bereich mit Sky X neu auf

 

Sky will Kabelnetzbetreiber und Satelliten-TV-Anbieter obsolet machen und startet mit Sky X ein neues Streaming-Produkt in Österreich, das Sky Ticket ablösen wird. Punkten will man mit weniger Paketen, transparenten Preisen und zusätzlichen linearen Sendern, auch aus dem Bereich Free-TV.

von Timo Niemeier , Wien
04.03.2019 - 22:16 Uhr

Christine Scheil© Sky/Jeff Mangione
Als Sky vor fast einem Jahr das neue Produkt Sky Q vorgestellt hat, sparte man nicht mit Superlativen. Und auch wenn Sky Q ein Schritt nach vorne war wirkten diese Superlativen manchmal etwas seltsam. Schließlich hatten auch viele Konkurrenten schon die angepriesenen Features im Angebot (DWDL.de berichtete). In Wien hat Sky nun sein nächstes neues Produkt vorgestellt, das es zunächst aber nur auf dem österreichischen Markt geben wird. Natürlich sparte man wieder nicht mit großen Worten. Man habe etwas "revolutionäres" geschaffen, hieß es das ein oder andere Mal. Sky-Österreich-Chefin Christine Scheil (Foto) sprach von einem "Meilenstein".

Sky gab sich am Montagabend in der österreichischen Hauptstadt aber auch vergleichsweise selbstkritisch. Scheil sagte, der Markt der Streamingdienste werde immer größer und damit unübersichtlicher. "Auch wir haben es unseren Kunden nicht immer einfach gemacht", so die Geschäftsführerin. Das soll sich künftig aber ändern - mit dem neuen Sky X. Das neue Streaming-Angebot ist in Österreich ab sofort verfügbar, der offizielle Produkt-Launch mit begleitender Marketingkampagne findet am 15. April statt - dann startet übrigens auch die letzte Staffel von "Game of Thrones".

Sky X ist eine völlig überarbeitete und geupgradete Version von Sky Ticket. Künftig will man seinen Kunden nur noch zwei abonnierbare Pakete anbieten sowie eine Kombination davon. Im Paket Fiction gibt es künftig alle Filme und Serien von Sky zu sehen, die bisherige Trennung zwischen Serie und Cinema entfällt also. Das Paket kostet 19,99 Euro im Monat. Im Sport-Paket gibt es sämtliche Sport-Übertragungen von Sky für monatlich 24,99 Euro zu sehen. In der Kombi kosten beide Pakete zusammen 34,99 Euro.

"Auch wir haben es unseren Kunden nicht immer einfach gemacht."
Christine Scheil, Geschäftsführerin Sky Österreich

Anders als in der Vergangenheit soll es sich bei den genannten Preisen um Fixpreise handeln - Sky will also nicht mehr mit Rabatten um sich werfen, um Kunden zu halten. Bislang betrug zum Beispiel der Listenpreis für das Sport-Paket 29,99 Euro im Monat - tatsächlich war es aber oft für nur 9,99 Euro oder 14,99 Euro zu haben. Das sorgte immer wieder für Verwirrung und Verunsicherung bei den Kunden. Und egal ob man künftig mehr oder weniger zahlt als bislang: Durch Sky X wird das Preisgefüge im Streaming-Angebot des Bezahlsenders deutlich transparenter.

Die drei Pakete in der Übersicht:

Sky X

Sky will mit seinem neuen Angebot nichts weniger als den Kabelanschluss obsolet machen. Funktionieren soll das auch, indem man in allen Paketen eine Reihe von Free-TV-Sendern verfügbar macht. Zum Start mit dabei ist in Österreich auch der Platzhirsch ORF, der alle seine Sender via Sky X verfügbar macht. Darüber hinaus gibt es mit Servus TV, RTL, Vox, Sat.1, ProSieben, Eurosport1 sowie Das Erste und ZDF und einigen mehr viele weitere Partner. Die österreichischen Privatsender Puls 4 und ATV fehlen allerdings. Interessant auch: In allen Paketen (also auch im Sport-Paket) gibt es Sender wie Sky Atlantic HD, Sky Krimi, Fox, A&E, TNT Film, TNT Serie, 13th Street, Syfy und viele mehr ohne zusätzlichen Aufpreis. Im Sport-Paket extra mit dabei ist etwa Eurosport 360 HD, im Fiction-Abo sind es beispielsweise E! und Universal TV. 

Alle Pakete sind monatlich kündbar, die Nutzer brauchen nur einen Internetanschluss. Wer keinen Smart-TV hat, kann Sky X auch über eine Streaming-Box nutzen - hier sind die monatlichen Preise gleich, es fällt nur eine einmalige Gebühr für die Box selbst an. Hinzu kommen auf der Box On-Demand-Angebote von Partnern, zum Start sind etwa ARD und ZDF dabei - wie schon bei Sky Q oder MagentaTV. Die App gibt es neben Desktop-Versionen für Windows und Mac auch für iOS- und Android-Geräte. Unterstützt werden zudem Smart-TVs von Samsung und LG sowie die Playstation 4. Maximal können vier Geräte gleichzeitig registriert werden, wobei man Geräte zwar immer entfernen, aber nur eins pro Monat hinzufügen kann. Dazu sind zwei parallele Streams möglich.

Sky Ticket wird eingestellt

Sky-Österreich-Geschäftsführerin Christine Scheil war am Montag in Wien sichtlich stolz auf das neue Produkt und wollte es auch als "Commitment für den Standort Österreich" verstanden wissen. Nach der österreichischen Bundesliga, die inzwischen weitestgehend exklusiv bei Sky zu sehen ist, und Serien wie "Der Pass" investiere man weiter in Österreich. Sky X ist in Österreich entwickelt worden und startet auch erst einmal exklusiv bei unseren Nachbarn. Über einen möglichen Start in Deutschland will man bei Sky nicht sprechen. Klar ist aber auch: Macht man in Österreich gute Erfahrungen, wird es Sky X über kurz oder lang wohl auch hierzulande geben.

Für Sky Ticket ist der Start von Sky X der Anfang vom Ende. Durch das verbesserte Angebot wird der alte Dienst irgendwann ausgedient haben. Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Von Sky Österreich heißt es aber schon, dass demnächst keine Neuanmeldungen mehr bei Sky Ticket möglich sein werden. Künftig will man nur noch mit zwei Hauptprodukten, Sky Q und Sky X, an die Kunden herantreten.

"Sky X verändert das Fernseh-Erlebnis. Denn ein Internetzugang reicht ab sofort, um den gesamten Sky Content und die besten Free-TV-Sender immer und überall zu sehen: smart, easy und flexibel. Wir haben mit Sky X das ideale Produkt für die Generation Mobile entwickelt. Mit unserem neuen Sky X Angebot genießen gerade die jüngeren Zuschauer eine neue Freiheit, denn nun können sie ihre Lieblingsprogramme komplett unabhängig, ohne Kabel- oder Sat-Anschluss genießen", sagt Christine Scheil.


Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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