Foto: ProSieben © ProSieben

Trotz Krise: Bartl optimistisch, aber "Lotta" droht das Aus

 

Gegen die WM habe kaum ein Sender Chance. ProSieben-Senderchef Andreas Bartl erwartet steigende Quoten und Werbebuchungen erst wieder im Herbst

von Daniel Große
22.06.2006 - 20:30 Uhr

Bild: ProSiebenDem Handelsblatt sagte Bartl am Donnerstag, er erwarte vor allem im nächsten Jahr wieder Marktanteile von über zwölf Prozent. Der Ex-Chef von Kabel 1 stünde unter großem Druck, denn die Quartalsergebnisse des Senders waren ein Desaster. Der Umsatz ging in den ersten drei Monaten des Jahres um knapp 10 Prozent auf 156 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern brach gar um 71 Prozent ein. „Allerdings“, sagte Bartl dem Handelsblatt, „merken wir im Buchungsverhalten, dass das Vertrauen in uns im Werbemarkt wieder wächst.“ Die Rendite solle nun deutlich gesteigert werden, auf das ganze Jahr gesehen wolle ProSieben weiterhin einer der profitabelsten Sender im deutschen TV-Markt sein.

Diese Zukunft hängt vor allem von den Inhalten ab. Derzeit baut ProSieben am Vorabendprogramm. Die Telenovela „Lotta in Love“ ist Bartls größtes Sorgenkind – sie floppte von Beginn an. Auftritte von Künstlern oder Prominenten wie Bruce Darnell oder Patrick Nuo brachten nur kurzzeitig gute Quoten. Jetzt versucht es der Sender mit Sex. „Lotta“ hatte die erste innige Begegnung mit ihrem Traummann Michael. Und eine neuerliche Pressemeldung mit den fast unverhüllten männlichen Hauptdarstellern soll offenbar für neue Einschaltimpulse sorgen. Das alles könnte sich als unnütz erweisen, wenn der Umbauversuch scheitert. Das Handelsblatt prognostiziert bereits das Aus, Bartl formuliert vorsichtig: „Wie die Zukunft der Telenovela aussieht, entscheiden wir im Laufe des Sommers.“

Zu allem Überfluss steht die gesamte Sendergruppe derzeit auf wackeligen Beinen. Der derzeitige Besitzer Haim Saban und seine Partner haben ihre Verkaufsbemühungen wohl erstmal aufgegeben. Nach dem gescheiterten Verkauf der ProSiebenSat.1 an Axel Springer habe es kein finanziell attraktives Angebot mehr gegeben, so das Blatt. Zudem kursieren Spekulationen, Deutschlands größte Senderkette solle gesplittet werden, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen. Bartl lehnt dies ab: „Die Senderfamilie ist sinnvoll, vor allem im Programmeinkauf und in der Werbezeitenvermarktung."

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