Roman Steuer © DWDL.de
TV-Sender vs. Klub-TV

Sky-Sportchef ärgert sich über Benachteiligung durch Vereine

 

Dass Bundesliga-Vereine zunehmend exklusive TV-Inhalte produzieren, stört vor allem diejenigen, die viel Geld für Übertragungsrechte zahlen, darunter Sky-Sportchef Roman Steuer. Interviews der Vereine zu übernehmen, erachtet er nicht als Lösung.

von Alexander Krei
12.04.2019 - 16:04 Uhr

Mehr als 800 Millionen Euro soll Sky derzeit jährlich an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) überweisen, um seinen Abonnenten die Bundesliga bieten zu können - eine große Summe, doch wenn es um Exklusivität abseits des Spielfelds geht, zeigt man sich am Unternehmenssitz in Unterföhring bisweilen verärgert. Grund dafür sind die Bundesliga-Vereine, die ihre Bewegtbild-Angebote im Internet in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und mit exklusiven Inhalten versehen haben.

"Klub-TV ärgert uns immer dann, wenn exklusive Inhalte, die wir gerne unter der Woche hätten, um einen Spieltag vorzubereiten, auf einmal nicht uns als größten Fernsehpartner zur Verfügung gestellt werden, sondern exklusiv im Klub-TV laufen", sagte Sky-Sportchef Roman Steuer in der neuen Ausgabe des DWDL.de-Branchentalks "Studio D". Als Beispiel nennt er einen "Verein aus dem Süden", wo sich der Mannschaftskapitän vor einem Spiel nicht bei Sky äußern durfte, dafür aber in einem chinesischen Beitrag des Vereins zu Wort kommt.

In solchen Fällen rufe man beim Presseverantwortlichen oder dem Manegement an. "Und wenn es ganz hart kommt, dann müssen wir auch über die DFL spielen", so Steuer, der zudem deutlich machte, dass Sky keine Interviews übernehme, die von Vereinen geführt wurden. "Es gibt einige Vereine, die Content so exklusiv zurückhalten, dass wir sagen, das werden wir nicht unterstützen."

Studio D: Fernsehsender vs. Klub-TV (1 Videos)

Unterstützung bekommt Steuer von seinem WDR-Kollegen Steffen Simon. "Ich kann ihn schon verstehen." Dass viele Vereine, die inzwischen selbst Medienunternehmen seien, zwar von Sky finanziert würden, gleichzeitig aber "Rosinen picken", sei schwierig, betonte der WDR-Sportchef. Allerdings verweist er darauf, dass letztlich nur das Spiel lizenziert werde. "Alles andere ist Good Will der Klubs." Mit Blick auf Interviews hält es Simon ähnlich wie Steuer: "Bei uns gilt der Grundsatz, dass wir keine Interviews senden, die wir nicht selber geführt haben."

Andreas Cüppers, der als Head of Digital beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach tätig ist, will derweil beide Interessen möglichst unter einen Hut bekommen. "In einer idealen Situation, wie wir es uns vorstellen, ergänzt sich das Angebot", sagte Cüppers im "Studio D", der bei seinem Angebot "Fohlen TV" einen anderen Ansatz verfolgen will als die klassischen Sender. "Wir sprechen dann mit einem Spieler womöglich nicht über das bevorstehende oder das zurückliegende Spiel, sondern versuchen, eine andere Seite darzustellen. In meinen Augen kann das im Guten nebeneinander funktionieren."

Die komplette Ausgabe von "Studio D" zum Thema Fußball-Berichterstattung, in der auch Sportmoderatorin Laura Wontorra zu Gast ist, erscheint am Sonntag bei DWDL.de.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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