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Neonazi eingeladen

MDR steht in der Kritik und sagt Podiumsdiskussion ab

 

Der MDR hat für eine geplante Podiumsdiskussion auch einen Neonazi eingeladen, daraufhin hagelte es Kritik. Als der Sender bei seiner Entscheidung blieb, sagten zwei andere Teilnehmer ab, die Debatte wurde daraufhin abgeblasen. Nun gibt's eine Notlösung.

von Timo Niemeier
16.08.2019 - 08:33 Uhr

In den vergangenen Tagen hat sich der MDR viel Kritik anhören müssen. Der Sender plante eigentlich für eine Podiumsdiskussion zur Doku "Chemnitz - Ein Jahr danach", die bald zu sehen sein wird. Eingeladen hatte man mit Arthur Österle auch einen bekennenden Neonazi und AfD-Politiker. Das sorgte von Anfang an für heftige Kritik, sowohl in sozialen Netzwerken als auch etwa vom Internationalen Auschwitz Komitee oder innerhalb der ARD selbst. 


Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD), Margarete Rödel von der Grünen Jugend, Olfa Kanoun von der Technischen Universität Chemnitz und MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi sollte Österle diskutieren. Der MDR hielt auch nach der Kritik an der Einladung Österles fest. Das veranlasste zunächst Rödel zur Absage, später zog auch Barbara Ludwig ihre Zusage zurück. 

Der MDR hat den geplante Diskussion aufgrund der Absagen nun gestrichen. Stattdessen soll es eine Gesprächsrunde mit den Machern des Films sowie den Programmverantwortlichen geben. Zur Begründung heißt es vom MDR, die gewollte Konstellation der Runde sei nach den Absagen "nicht mehr sinnvoll umsetzbar". 

"Wir haben natürlich die kontroverse Debatte um die Besetzung des Podiums verfolgt und auch als wichtige Diskussion wahrgenommen", sagt Wolf-Dieter Jacobi. "Wir bedauern die Absagen sehr, da wir gern den breiten Dialog geführt hätten". In der Doku gehen die Macher der Frage nach, wie sich das Leben für die Menschen in der Stadt nach den Vorfällen und der Medienberichterstattung Ende August 2018 verändert hat. Damals war am Rande eines Stadtfestes ein 35 Jahre alter Mann erstochen worden. Das löste in der Stadt ausländerfeindliche Proteste aus. Aufgrund der Bewertung der damaligen Ereignisse wurde in der Folge auch Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen versetzt. 

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