Der Finanzinvestor KKR war in den vergangenen Monaten eifrig auf dem deutschen Medienmarkt unterwegs – sei es durch die Unternehmensgruppe Leonine, die man unter der Führung von Fred Kogel zusammengekauft hat, oder durch den Einstieg bei Axel Springer. Letzterer ist übrigens noch nicht vollends unter Dach und Fach, wie Franziska Kayser, Director Private Equity bei KKR, am Donnerstag im Gespräch mit DWDL.de-Chefreporter Torsten Zarges auf den Medientagen München einräumte.

Theoretisch sei der Deal erst Ende des Jahres vollzogen und könne so lange noch scheitern – damit rechne sie allerdings nicht, sagte Kayer. Sobald die Transaktion vollendet sei, wolle KKR dem Springer-Verlag dabei helfen, organisch, aber auch durch Zukäufe zu wachsen. Dies solle "in Zusammenarbeit mit dem Management" geschehen. Über mögliche Veräußerungen zu sprechen, sei es hingegen noch zu früh. Zuletzt hatte es Spekulationen um einen Verkauf der Stellenbörse "Stepstone" gegeben, die Springer allerdings dementierte.

Dass Springer in den vergangenen Jahren sein Engagement im Digitalbereich in den vergangenen Jahren forciert hat, half indes offenbar dabei, KKR zu gewinnen. "Wir sehen die Chance in der Digitalisierung und für die digitale Welt attraktive Inhalte zu bieten. Es ist unwahrscheinlich, dass wir in einen hauptsächlich traditionellen Verlag investieren werden", sagte KKR-Managerin Franziska Kayser in München. In Zukunft werde man "Bild" und "Welt" unterstützen und "in bewährter Form" weiterführen, versprach sie.

Mit Blick auf Leonine verwies Kayser auf wachsende Investitionen von Netflix, Amazon oder Disney auf dem deutschen Markt. "Das sehen wir als Chance, gerade wenn wir diesen Playern interessante Inhalte liefern können." Dass der Erfolg im Fernsehen schwer planbar sei, entgegnete Kayser mit Verweis auf die Expertise in den Häusern. Man wolle Chancen früh erkennen und mit Managerteams zusammenarbeiten, die bei der Umsetzung helfen.